Der Sozialverband Deutschland (SoVD) in Niedersachsen fordert die rot-grüne Landesregierung auf, sich im Bundesrat für die Wiedereinführung einer Vermögenssteuer einzusetzen. Nur so könne der wachsenden Schere aus Arm und Reich wirklich etwas entgegengesetzt werden, teilte der Verband am Montag in Hannover mit. Aktuell sei das Vermögen in Deutschland „massiv ungerecht verteilt“.
Eine aktuelle Oxfam-Studie zeige, dass im vergangenen Jahr die Anzahl der Milliardärinnen und Milliardäre in Deutschland um ein Drittel gestiegen sei. Gleichzeitig liege in Niedersachsen die Zahl der Menschen, die armutsgefährdet sind, bei 16,6 Prozent. Insbesondere junge Erwachsene seien betroffen. Unter ihnen betrage die Quote über 25 Prozent.
„Kranken- und Pflegekassen fehlt das Geld, und die Kommunen in Niedersachsen schreiben immer häufiger rote Zahlen“, sagte Dirk Kortylak, Vorstand des Sozialverbands in Niedersachsen. „In Anbetracht dieser Situation ist es völlig unverständlich, warum extrem reiche Menschen nicht stärker besteuert werden.“