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Sloweniens Bischöfe als erste zu Ad-Limina-Besuch bei Leo XIV.

Etwa alle fünf Jahre müssen die katholischen Bischöfe eines Landes im Vatikan berichten. Im Heiligen Jahr waren diese Besuche ausgesetzt; nun empfing Leo XIV. Bischöfe, die mit einem Sex-Skandal konfrontiert sind.

Papst Leo XIV. hat am Freitag Sloweniens katholische Bischöfe empfangen. Das teilte der Vatikan anschließend ohne nähere Angaben mit. Es handelte sich um den turnusgemäßen Ad-limina-Besuch der acht Bischöfe des mitteleuropäischen Landes beim Papst, zu dem jede Bischofskonferenz weltweit alle fünf bis sieben Jahre verpflichtet ist. Für Leo war es das erste Treffen dieser Art seit seiner Wahl am 8. Mai, da diese Termine während des Heiligen Jahres 2025 ausgesetzt waren. Der bisher letzte Besuch der Slowenischen Bischofskonferenz fand im Februar 2018 statt.

Über Slowenien hinaus sorgt der Fall des Priesters und Ex-Jesuiten Marko Rupnik seit Jahren für Schlagzeilen. Dem slowenischen Künstler, gegen den im Vatikan ein Prozess läuft, wird von mehreren Frauen vorgeworfen, er habe sie sich unter Ausnutzung seiner Autorität als Geistlicher sexuell gefügig gemacht. Anfang November hatte Papst Leo XIV. die Hoffnung geäußert, der Prozess möge Gerechtigkeit und Klarheit schaffen. “Ich weiß, dass es schwierig ist, von den Opfern Geduld zu verlangen, aber die Kirche muss die Rechte aller Menschen respektieren”, sagte er.

Im Oktober hatte die vatikanische Glaubensbehörde ein fünfköpfiges Sondergericht aus Männern und Frauen ernannt, das im Sex-Skandal rund um Rupnik entscheiden soll. Papst Franziskus hatte im Oktober 2023 angeordnet, weiter gegen den Slowenen zu ermitteln, obwohl die Rupnik zur Last gelegten Taten kirchenrechtlich verjährt sind. Rupnik, der Jahrzehnte lang in Rom lebte, ist seit August 2023 offiziell Priester des Bistums Koper.

Rupnik hat als Mosaik-Künstler zahlreiche Kirchen und Kapellen in aller Welt gestaltet. 2023 schloss der Jesuiten-Orden ihn “wegen Ungehorsams” aus; er blieb aber weiter Priester. Ferner hatte sein ehemaliger Orden bestätigt, dass Rupnik 2020 im Zusammenhang mit sexuellen Vergehen mit erwachsenen Frauen zeitweise exkommuniziert war.

Der Umgang mit Rupniks Kunstwerken ist seit Bekanntwerden der Vorwürfe umstritten. In manchen Kirchen wurden sie verhängt, in anderen sind sie weiterhin zu sehen. Auf den Internetseiten der Vatikanmedien verschwanden seine Bilder rund einen Monat nach Amtsantritt von Leo XIV. Das Verdecken oder Entfernen von Rupniks Werken an einigen Orten sei erfolgt, “um den Opfern nahe zu sein”, so der Papst im November.