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Senioren-Union fordert Recht auf analoges Leben

Die Banken schließen immer mehr Filialen. Geldgeschäfte müssen zunehmend per online-Banking abgeschlossen werden. Für viele Ältere ist das eine hohe Hürde. Seniorenorganisationen fordern ein recht auf analoges Leben.

Die Senioren-Union fordert von der CDU und ihrer Bundestagsfraktion, sich für ein “Recht auf analoges Leben” einzusetzen: Behördengänge, Bankgeschäfte und Teilhabe im Alltag müssten auch ohne Internetzugang weiterhin für alle möglich sein, sagte der kommissarische Bundesvorsitzende der Senioren-Union, Helge Benda, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Donnerstag).

Ein Recht auf analoges Leben ist Thema mehrerer Anträge für die Bundesdelegiertenversammlung der Senioren-Union in Magdeburg, die an diesem Donnerstag beginnt. “Wir sind in einer analogen Welt aufgewachsen, haben dort Schule, Arbeit und Alltag erlebt. Digitale Technik nutzen wir, doch sie steht nicht im Zentrum unseres Lebens”, sagte Benda. Zentrale Bereiche des alltäglichen Lebens wie Bankgeschäfte, Einkäufe oder der Fahrkartenkauf müssten deshalb weiterhin analog zugänglich bleiben. “Das ist Teil von Selbstbestimmung und Würde im Alter”, sagte Benda.

In den vergangenen Monaten hatte auch die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (Bagso) gewarnt, ältere Menschen fühlten sich durch die Digitalisierung zunehmend ausgegrenzt. Jahrzehntelang hätten sie ohne Digitalisierung ihr Leben gut gemeistert. Nun fühlten Senioren “ihre Lebensleistung abgewertet, wenn jetzt überall da, wo es nicht mehr geht ohne Internet, Hürden aufgebaut werden, die es früher nicht gab”, sagte die Bagso-Vorsitzende Regina Görner. “Bei öffentlichen Dienstleistungen empfinden sie das völlig zu Recht als Diskriminierung.”