Silvester Beaman aus Wilmington

Schwarzer Pastor spricht Segen bei Bidens Amtseinführung

Die Einladung an den schwarzen Prediger soll ein Zeichen gegen Rassismus setzen. Der künftige Präsident und der Theologe kennen sich seit 30 Jahren – und sind beide schon von Trump attackiert worden.

Joe Biden bei einer Rede in München im Februar 2019

Washington. Der gewählte US-Präsident Joe Biden hat den schwarzen Pastor Silvester Beaman aus seinem Heimatort Wilmington gebeten, bei seiner Amtseinführung am Mittwoch, 20. Januar, den Segen zu sprechen. Der Führer der Bethel African Methodist Episcopal Church aus Bidens Heimatbundesstaat Delaware ist der künftigen Präsidentenfamilie seit fast 30 Jahren eng verbunden.

Beaman arbeitete mit Bidens Sohn Beau zusammen, als dieser Mitte bis Ende der 2000er Jahre als Generalstaatsanwalt von Delaware fungierte. Beau Biden starb 2015 an den Folgen eines Gehirntumors.

Treffen mit Schwarzen-Führern

Die Einladung an den schwarzen Prediger, den Segen auf den Stufen des Kapitols in Washington zu sprechen, soll auch ein Zeichen gegen Rassismus setzen. Biden hatte sich nach dem Tod des Schwarzen George Floyd 2020 in Beamans Kirche mit anderen Schwarzen-Führern getroffen. Dabei versprach der damalige Präsidentschaftskandidat, dass er in den ersten 100 Tagen seiner Amtszeit eine Taskforce zur Überwachung der Polizei einberufen werde.

Das Wahlkampfteam von Donald Trump stellte damals ein Video ins Netz, das Beamans Gemeinde in den Kontext von „Randalierern“ rückte. Der Pastor bezeichnete die Aktion als „offenkundig rassistisch“ und als einen „Angriff auf die afroamerikanische Kirche“.

Bei der Eröffnung der Vereidigungszeremonie wird der Jesuit Leo O’Donovan beten, wie es auf der Website des Einführungskomitees heißt. Er sei ein guter Freund der Familie Biden. Joe Biden ist katholisch und nach Darstellung der Publikation „National Catholic Reporter“ vertraut mit dem Jesuitenorden. Im November wirkte Biden demnach bei einer Spendenveranstaltung für das Flüchtlingshilfswerk der Jesuiten mit. O’Donovan feierte 2015 die Messe beim Begräbnis von Bidens Sohn Beau. (KNA/epd)

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren