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Schleswig-Holstein sucht Teilnehmende für Radon-Messung

Das Land Schleswig-Holstein startet in Wohnhäusern eine Messkampagne für das radioaktive Edelgas Radon. Damit soll die Radon-Konzentration in Innenräumen privat genutzter Gebäude gemessen werden, wie das Umweltministerium in Kiel am Montag mitteilte. Das natürlich vorkommende Gas kann aus dem Boden austreten und sich in der Raumluft von Gebäuden anreichern. Bei hohen Konzentrationen über längere Zeiträume kann es Lungenkrebs begünstigen.

Bis zu 1.000 Haushalte können sich ab sofort im Internet unter kemski-bonn.de/Radon_SH für die kostenlose Messung anmelden. Nach der einjährigen Messzeit werden die Daten ausgewertet und voraussichtlich in rund zwei Jahren veröffentlicht. Wer sich für eine Teilnahme entscheidet, bekommt per Post zwei Radon-Messgeräte zugeschickt. Nach Ablauf der Messdauer senden die Teilnehmenden die Messgeräten zur Auswertung an das Sachverständigenbüro zurück.

Die Messergebnisse werden in anonymisierter Form genutzt, um ein genaueres Bild über die Radonexposition in Schleswig-Holstein zu erhalten. Die Kampagne soll die Menschen zudem für die Gefahr sensibilisieren, sagte Staatssekretär Joschka Knuth (Grüne). „Nur eine Messung schafft Klarheit, ob in den eigenen vier Wänden erhöhte Radonwerte vorliegen und etwas getan werden muss“, erklärte er. Gelangt Radon etwa durch Setzungsrisse oder unzureichend abgedichtete Leitungsdurchführungen in Gebäude, kann die Radonkonzentration in der Innenraumluft empfohlene Grenzwerte überschreiten.

Radon ist ein natürlich vorkommender radioaktiver Stoff, der grundsätzlich überall im Untergrund vorhanden ist und in der freien Natur für den Menschen ungefährlich ist. Seine Konzentration hängt maßgeblich von den geologischen Gegebenheiten ab und kann auch in Schleswig-Holstein regional erhöht sein. Allerdings stehen andere Regionen im Bundesgebiet dabei deutlich stärker im Fokus.