Sachsen-Anhalt fördert die Arbeit der Landesstelle für Suchtfragen in diesem Jahr erneut mit 300.000 Euro. „Da Suchterkrankungen häufig mit Scham behaftet sind, braucht es niedrigschwellige Angebote, die überall im Land gut zugänglich sind“, sagte Sozialministerin Petra Grimm-Benne (SPD) bei der Übergabe des Zuwendungsbescheides am Montag in Magdeburg. Die Landesstelle setze deshalb zunehmend auf Onlineberatung, um Betroffene in ihrem gewohnten Umfeld schnell und anonym zu erreichen. So profitierten beispielsweise Menschen im ländlichen Raum oder mit unregelmäßigen Arbeitszeiten vom DigiSucht-Projekt.
Die Landesstelle ist ein Fachausschuss der Liga der Freien Wohlfahrtspflege, dem Zusammenschluss der in Sachsen-Anhalt tätigen Spitzenverbände wie Caritasverband, DRK oder Diakonie. Zu Jahresbeginn hatte der DRK-Landesverband die Trägerschaft der Landesstelle für Suchtfragen übernommen.
Das DRK wolle mit der Übernahme der Trägerschaft die „anspruchsvolle und gesellschaftlich hochrelevante Aufgabe“ absichern, sagte Landesgeschäftsführerin Katja Fischer. „Wir wollen Akteure aus unterschiedlichen Bereichen vernetzen, Strukturen weiterentwickeln und gemeinsam Lösungen für die Suchthilfe gestalten“, ergänzte sie.
Die Onlineberatung ermögliche einen verlässlichen, anonymen und kostenfreien Zugang zu professioneller Beratung. „Davon profitieren nicht nur Betroffene, sondern auch Angehörige, die Unterstützung und Orientierung suchen“, sagte die DRK-Geschäftsführerin. Das betreffe auch Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Teillegalisierung von Cannabis.