Roter Teppich im Michel ausgerollt

Für etwa 55.000 Euro hat sich der Michel hübsch gemacht: mit einem roten Teppich, der aus Spezialgarn besteht. Die Wahl der Farbe ist kein Zufall.

Stephan Wallocha

Hamburg. Im Michel läuft es sich wieder weich: Auf sämtlichen Mittel- und Seitengängen sowie auf der Empore der Hamburger Hauptkirche St. Michaelis wurde ein neuer roter Teppich ausgelegt. Sechs Mitarbeiter einer spezialisierten Firma waren zwei Tage lang vor Ort. Sie verklebten 400 Quadratmeter Teppich in dem 52 Meter langen und 44 Meter breiten Kirchraum, teilte das Unternehmen P.R. Havener aus Saarlouis mit. Ein eigens entwickeltes Verfahren habe sichergestellt, dass der hochwertige Marmorboden dabei keinen Schaden nahm.
Der Teppich ist aus einem Garn gewebt, das möglichst langlebig sein soll und schwer entflammbar ist. Die Faser sei aus umweltfreundlichem Polgarn, das zu über 90 Prozent aus recyceltem Polyamid ("Econyl") bestehe, so Geschäftsführerin Sandra Havener. Die Firma hatte 2014 bereits die Sitzpolster für die Hauptkirche angefertigt. Der Teppich im Michel war seit sieben Jahren nicht erneuert worden. Ein Meter verlegter roter Teppich kostete 135 Euro. Von 350 Spendern kamen rund 55.000 Euro zusammen.
Die Wahl der Farbe ist kein Zufall: Rot ist laut Röder seit alters her die Farbe der Schönheit und der Macht. Dies zeigten die Gewänder der Kaiser und Könige, der Rote Platz in Moskau oder die roten Schuhe früherer Päpste. Und prominenten Gästen werde noch heute stets der rote Teppich ausgerollt. (epd)