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Römisches Uferschutzbauwerk bei Museums-Ausbau in Köln entdeckt

Bei Aushubarbeiten für den Erweiterungsbau des Wallraf-Richartz-Museums & Fondation Corboud in Köln ist ein Uferschutzbauwerk des damaligen römischen Hafens freigelegt worden. Es handelt sich um eine Pfahlwand aus in den Boden gerammten Eichenbalken, wie die Stadtverwaltung am Dienstag mitteilte. Die Pfähle bilden eine geschlossene Wand, die als bauvorbreitende Maßnahme für den Bau der rheinseitigen römischen Stadtmauer zur Befestigung des Bauplatzes und als Uferschutz an der römischen Hafenrinne gedient hatte. Aufgrund der archäologischen Funde an dieser Stelle werden sich die Hochbauarbeiten für den Erweiterungsbau nun verzögern.

Da das Baugrundstück im Bereich eines Bodendenkmals liegt und umfangreiche Baureste aus Römerzeit, Mittelalter und Neuzeit zu erwarten waren, führte das Römisch-Germanische Museum der Stadt Köln im Rahmen der Aushubarbeiten bereits bauvorgreifende Ausgrabungen durch. Die Mitarbeiter des Musuem legen die historischen Funde frei und dokumentieren sie.

Trotz der archäologischen Funde sei davon auszugehen, dass sich die Kosten nicht erhöhen, hieß es. Der zusätzliche Aufwand werde durch ein hierfür gebildetes Risikobudget abgedeckt. Die Gesamtkosten für den Erweiterungsbau sowie zusätzliche Verwaltungsflächen liegen bei 129,7 Millionen Euro.

Der Erweiterungsbau des Museums soll durch einen unterirdischen Gang mit dem Hauptgebäude verbunden werden und rund 1.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche umfassen. Das Museum will den Erweiterungsbau unter anderem für Sonderausstellungen nutzen.

Aufgrund der Beeinträchtigungen der Arbeiten wird sich die Bauzeit nach jetzigem Stand um etwa vier Monate verlängern. Derzeit werde von einer Fertigstellung des Erweiterungsbaus im vierten Quartal 2027 ausgegangen. Die Eröffnung solle dann ein Jahr später erfolgen.