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“Roads” – sehenswertes Road Movie im SWR

Zwei 18-Jährige reisen von Marokko nach Nordfrankreich und lassen mehr als nur Landesgrenzen hinter sich. Ein zärtlich entwickeltes Road Movie über Erwachsenwerden, Freundschaft und das, was Europa seit einigen Jahren bewegt.

In Zusammenarbeit mit dem Kinoportal filmdienst.de und der Katholischen Filmkommission bietet die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) Fernsehtipps zu besonderen Spielfilmen im deutschen Fernsehen:

Ein liegengebliebenes Wohnmobil im Nirgendwo. Ein junger Mann, der vergeblich nach Hilfe sucht und schließlich seinen Frust in die Nacht brüllt. Und ein anderer, der das alles misstrauisch beobachtet, als wenn ihm diese Vorsicht schon zur zweiten Natur geworden ist. “Roads”, die fünfte Regiearbeit von Sebastian Schipper von 2018, beginnt an der nordafrikanischen Mittelmeerküste.

Die zwei, die sich da begegnen, sind Gyllen (Fionn Whitehead), weißes Wohlstandskind aus London und mit dem “entliehenen” Camper seines Stiefvaters unterwegs, und William (Stephane Bak) aus dem Kongo, der zu Fuß schon einen langen Weg hinter sich und mit dem Mittelmeer ein schier unüberwindbares Hindernis auf dem Weg nach Europa vor Augen hat. Gemeinsam setzen die gegensätzlichen Jungs die Reise dorthin fort, wo der Brite seinen leiblichen Vater und der Kongolese seinen verschollenen Bruder suchen will.

Das zärtlich entwickelte Road Movie erzählt fernab vereinfachender Zuschreibungen von der Entstehung einer Freundschaft zwischen zwei jungen Menschen. Der mit großer Gelassenheit entwickelte Film findet einen bemerkenswert unverbrauchten Zugang zur Flüchtlingskrise und führt den Wert von Unvoreingenommenheit und Offenheit vor Augen.