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Psychologe zu Karneval: Ab und zu muss man Sorgen vergessen

Angesichts der Weltlage vergeht manchen die Lust auf Feiern und Fröhlichkeit. Doch Auszeiten von schlechten Nachrichten und vom Grübeln sind wichtig – ein Experte erklärt, wie sie wirken.

Zwischen Weihnachten und Ostern bringt der Karneval Leichtigkeit in graue Tage
Zwischen Weihnachten und Ostern bringt der Karneval Leichtigkeit in graue TageImago / HEN-FOTO

Leichtigkeit spüren statt die Schwere der weltweiten Krisen: Darum geht es nach Worten eines Religionspsychologen an den nahenden Karnevals-, Fastnachts- oder Faschingstagen. “Es geht um soziales Miteinander und darum, Freude zu erleben”, sagte Lars Allolio-Näcke der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Die Sorgen ab und zu auch einmal zu vergessen, sei wichtig für den Menschen.

Hinzu komme die große Bedeutung der närrischen Tage auch für die Selbstwirksamkeit. “Man darf nicht vergessen, dass Konzertprogramme, Rosenmontagszüge oder Kostüme über Monate vorbereitet werden”, sagte der Wissenschaftler. Auf etwas hinzuarbeiten und ein festes Ziel vor Augen zu haben, tue gut und werde oft als bestärkend erlebt.

Karneval im Kirchenjahr: Feiern zwischen Weihnachten und Ostern

Grundsätzlich gehe es im Vorfeld der christlichen Fastenzeit darum, gesellschaftliche Ordnungen auf den Kopf zu stellen – bevor sie dann wiederhergestellt werde, fügte Allolio-Näcke hinzu. “Das Wort ‘Fastnacht’ bezieht sich auf den Vorabend der Fastenzeit vor Ostern.” Der Höhepunkt der diesjährigen “fünften Jahreszeit” beginnt am 12. Februar; dann wird sechs Tage lang gefeiert – bis zum Aschermittwoch (18. Februar).

Auch heidnische Vorstellungen vom Austreiben des Winters spielten bei diesem Brauchtum eine Rolle, sagte der Experte. Und nicht zuletzt füllten die bunten Tage die Zeit zwischen den Festen Weihnachten und Ostern, die oft als leer und grau empfunden werde: “Auch diese Funktion ist im Winter nicht zu unterschätzen.”