Am 6. Januar, dem Epiphaniastag, ist nach anderthalb Jahren Bauzeit die neue Epiphaniaskirche im Bayreuther Gemeindeteil Laineck geweiht worden. „Der dreieinige Gott – Vater, Sohn und Heiliger Geist – sie brauchen unsere Gotteshäuser nicht“, sagte die evangelische Regionalbischöfin Berthild Sachs in ihrer Predigt laut Manuskript. Ihnen könne man genauso im stillen Kämmerlein, auf einem Berggipfel, an der Bushaltestelle oder im Büro begegnen. „Aber wir Menschen, wir brauchen die Orte der Gemeinschaft im Glauben.“
Schon der Stall in Bethlehem sei zu einer Art allerersten Kirche geworden, „in der sich eine spontane Gemeinde aus Tieren und Hirten um Maria, Josef und das Kind in der Krippe versammelt hat“, so Sachs. Auch sternenkundige Weisen aus dem Morgenland hätten sich aufgemacht, das Christuskind anzubeten. „Sie sind gekommen, ihn anzubeten, so wie wir uns heute aus Laineck und Bayreuth und manche von noch weiter her aufgemacht haben, um hier Gottesdienst zu feiern und diese Kirche als Ort der Anbetung in den Dienst zu nehmen.“
Sie wünsche sich, dass die heiligen Orte immer solche Strahlkraft hätten, „Fragende und Suchende und Sehnsüchtige anzuziehen“, sagte die Regionalbischöfin, „und dass
wir uns als Gemeinde den Fremden, den Anderen und ihren auch kritischen Fragen nicht
verschließen“. An der Krippe und überall dort, wo Menschen Jesus Christus begegnen, „da tanken auch wir Mut. Mut, auf Gottes Stimme zu hören und seinen Weg zu gehen.“
Rund 20 Jahre Planung und Spendensammeln gingen dem Kirchenneubau in Bayreuth voraus. Die Epiphaniaskirche ersetzt ein Provisorium aus den 1970er Jahren, das inzwischen baufällig und nicht mehr benutzbar ist. Der Neubau erfolgte in einer Zeit, in der die bayerische evangelische Landeskirche ihren Gebäudebestand um bis zu 50 Prozent reduzieren will. Für das lang geplante Projekt investierten Landeskirche und Kirchengemeinde rund zwei Millionen Euro. (0024/06.01.2026)