"Luther und die deutsche Sprache"

Reformator Luther schuf den Begriff „evangelisch“

Um das Neue an seiner Theologie herauszustellen, habe Luther das Wort "evangelisch" selbst geschaffen, sagt der Rostocker Professor Holznagel der Zeitschrift "Bibelreport".

Reformator Martin Luther schuf für seine Theologie eigens geschaffene Wörter (Symbolbild)

Stuttgart/Rostock. Ohne Martin Luther gäbe es kein "evangelisch": Das Wort gehöre zu den Begriffen, die der Reformator eigens geschaffen habe, um das Neue an seiner Theologie herauszustreichen, schreibt der Rostocker Professor für deutsche Sprach- und Literaturgeschichte des Spätmittelalters, Franz-Josef Holznagel, in der neuen Ausgabe der Zeitschrift "Bibelreport". Auch die Worte "Buße" und "Rechtfertigung" gehörten zu diesen von Luther eingeführten Begriffen.

Deutsche Sprache statt Latein

In seinem Beitrag "Luther und die deutsche Sprache" erläutert Holznagel, dass Luther (1483-1546) mit seinen Schriften der allgemeinen Tendenz im 16. Jahrhundert gefolgt sei, die deutsche Sprache zu vereinheitlichen. Eine Besonderheit des Reformators sei gewesen, dass er statt Latein "das Deutsche zur selbstverständlichen Sprache der Kirche und des theologischen Diskurses" erhoben habe. Sein "höchst origineller literarischer Stil" habe seinen Schriften und Gedanken zusätzlich große Ausstrahlung verliehen.

Luther habe als Bibelübersetzer den deutschen Wortschatz bereichert und viele Redewendungen geprägt. Er habe ursprünglich ostmitteldeutsche Ausdrücke wie "Lippen" oder "Ufer" in ganz Deutschland verbreitet. Auch seine Neubildungen wie "Blutgeld", "Feuereifer", "friedfertig", "Lästermaul" oder "Morgenland" gingen in den allgemeinen Sprachgebrauch über, schreibt Holznagel.

Der "Bibelreport" wird von der Deutschen Bibelgesellschaft in Stuttgart herausgegeben. (epd)

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