Psychologe: Emotionale Bindungen helfen gegen Burnout

Der Mensch ist nicht gemacht für 80 Arbeitsstunden pro Woche, sagt der Experte einer Psychosomatischen Klinik. Wie sich das verhindern lässt, dazu macht er Vorschläge.

80 Stunden Arbeit pro Woche sind auf Dauer nicht gesund, sagt ein Experte (Symbolbild)
80 Stunden Arbeit pro Woche sind auf Dauer nicht gesund, sagt ein Experte (Symbolbild)imago images/Westend61

Vor einem Burnout schützen offenbar vor allem emotionale Bindungen zu anderen Menschen. „Im Rückblick schauen oftmals jene Menschen zufrieden auf ihr Leben zurück, die sich für die Dinge eingesetzt haben, die ihnen persönlich etwas wert sind“, sagte der Psychologe Timo Schiele von der Psychosomatischen Klinik Kloster Dießen am Ammersee dem Berliner Tagesspiegel. Es gehe darum, „Entscheidungsfreiheit zu haben, statt nur ein getriebener Mensch zu sein. Es ist wichtig, die Ketten, die einen fesseln, zu sprengen.“

Der Stress von Menschen mit bis zu 80 Arbeitsstunden wöchentlich komme „zwar zum Teil aus der Umwelt, zum Teil aber auch aus ihnen selbst. Sie haben sich selbst Vorgaben gemacht, mit denen sie sich in ein Korsett hineingezwängt haben“, so Schiele. Autogenes Training und andere Achtsamkeitsübungen genügten in so einem Fall nicht, „um aus diesem Korsett auszubrechen und um die Sichtweise von sich selbst als Maschine aufzugeben. Der Mensch ist keine Maschine und auch nicht dafür geboren, eine zu sein.“

„Persönlichen Kompass justieren“

Ratsam sei deshalb, „immer wieder seine persönliche Kompassnadel zu justieren und im Blick zu behalten“, rät der Psychologe. Im Trubel des Alltags „geht dieser Kompass manches Mal verloren, und Menschen wenden viel Energie für Dinge auf, die sie in einem ruhigen Moment eigentlich nicht als wichtig einordnen würden.“