Die Weihnachtsbotschaft gehöre mitten unter „die Breaking News und Good News“. Sie sollte mitten zwischen den anderen Nachrichten des Tages eingeschrieben werden, sagte die Nürnberger Regionalbischöfin Elisabeth Hann von Weyhern in ihrer Predigt beim Open-Air-Gottesdienst auf der Kaiserburg in Nürnberg. Der 2.000 Jahre alte Text von der Geburt des Jesuskinds sei weiter aktuell. Er sei die Nachricht davon, dass Gott zur Welt kommt, „weil wir es ihm wert sind“.
Die biblische Geschichte sei wie eine „Verheißung auf bessere Zeiten“, erklärte auch Regionalbischof Klaus Stiegler in der Dreieinigkeitskirche in Regensburg. Das Wunder von Bethlehem sei eine „Sternstunde für unser Leben“, weil Gott, der Schöpfer, zu den Menschen komme und sich einmische in das Leben auf der Welt.
Trotzdem sei die biblische Weihnachtsgeschichte weit entfernt von Idylle, sagte Stiegler, der einer der beiden Regionalbischöfe im Kirchenkreis Altbayern-Schwaben ist. Die Nacht von Bethlehem sei keine heile Welt, sondern verweise auf die dunklen Nächte im Leben eines Menschen, die viele Gesichter haben könne. Inmitten von Kriegen und Krisen, von Hass und Terror komme Gott zu den Menschen und werde nicht müde, „den Frieden auf Erden stark und mächtig zu machen“.
Der Bamberger Erzbischof Herwig Gössl unterstrich in der Christmette im Bamberger Dom, Weihnachten sei keine weltfremde Idylle, keine Blindheit vor der Realität und kein übertriebener Optimismus. In seiner Predigt sagte der Erzbischof, die Geburt Christi sei das Zeichen, „dass Gott diese Menschheit nicht aufgegeben hat, trotz aller Unvernunft und Widersprüchlichkeit im Verhalten, trotz der Neigung zur Gewalt, die dem Frieden so oft im Weg steht“.
Der Nürnberger evangelische Stadtdekan Jürgen Körnlein beschrieb Weihnachten als ein Zeichen, „dass Gott einen ewigen Bund des Friedens mit den Menschen geschlossen hat“. In seiner Weihnachtsbotschaft in der ökumenischen Christvesper am Heiligabend in St. Sebald sagte Körnlein, Gott wolle unter den Menschen „nicht als Aufpasser, sondern als Begleiter, der Frieden und Liebe schenkt“ wohnen. Er forderte dazu auf, einander Aufmerksamkeit und Achtsamkeit zu schenken.
Jeder könne für andere zum Licht werden, sagte Regionalbischof Thomas Prieto Peral über die Kraft von Weihnachten. In der Christmette in der Michaelkirche Grafrath (Landkreis Fürstenfeldbruck) sagte er, Gott sei durch Weihnachten neben, unter und in allen Menschen da.
Kämpferisch hat der Münchner Erzbischof Reinhard Marx am Heiligabend auf die Zukunft des Christentums gesehen. Europa sei ohne die Botschaft von Weihnachten nicht denkbar. Christen müssten die Vision einer geschwisterlichen Welt verteidigen, sagte der Kardinal am Heiligabend in der Christmette im Münchner Liebfrauendom. Marx prophezeite eine Renaissance des Christentums. Er sei überzeugt, dass das Christentum als „eine universale Botschaft der Freiheit, der Würde, der Geschwisterlichkeit aller“ Teil des Kernprofils Europas bleiben werde. (4035/24.12.2025)