Der Bayerische Philologenverband fordert eine deutliche Entlastung von Lehrkräften. Lehrkräfte seien zunehmend überlastet und gehörten „zu den psychisch am stärksten belasteten Berufsgruppen“, sagte der Vorsitzende Michael Schwägerl in einem aktuellen Gastbeitrag für die Evangelische Akademie Tutzing. Burnout, Erschöpfungssyndrome und lange Krankheitsausfälle seien keine Randerscheinungen mehr, sondern vielerorts Realität.
Als Gründe nannte er Lehrkräftemangel, heterogene Schülerschaft sowie eine steigende Zahl zusätzlicher Aufgaben. In Bayern gebe es inzwischen bis zu 27 verpflichtende Konzepte – von Berufsorientierung, Digitalisierung, Demokratiebildung und Inklusion bis hin zu Schulentwicklung. Überflüssige oder nicht wirksame Aufgaben müssten systematisch reduziert werden. Ziel sei es, Freiräume für die Kernarbeit im Unterricht zu schaffen.
„Wir müssen den Mut haben, Dinge wegzulassen. Nicht alles, was einmal eingeführt wurde, ist für immer sinnvoll“, sagte Schwägerl. Der erste Schritt sei dabei die Erkenntnis, dass Quantität nicht zwangsläufig Qualität bedeute. „Lehrkräfte brauchen Zeit für das Wesentliche: für guten Unterricht und für die Unterstützung ihrer Schülerinnen und Schüler auf ihrem Bildungsweg.“
Der Bayerischer Philologenverband (München) vertritt die Interessen von Lehrkräften an Gymnasien, Fachoberschulen, Berufsoberschulen und Hochschulen. Er hat mehr als 20.000 Mitglieder. (3819/04.12.2025)