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Philippi wirbt für Unterstützung obdachloser Menschen

Mit einem Besuch in einer Essensausgabe für Menschen in Not hat Niedersachsens Sozialminister Andreas Philippi (SPD) für mehr Unterstützung zugunsten wohnungsloser Menschen geworben. „Gerade von Armut betroffene Menschen haben es im Winter besonders schwer“, sagte er am Freitag in Hannover. „Es ist mir ein persönliches Anliegen, dass alle Menschen einen Platz in unserer Gesellschaft finden und gesehen werden.“

Angesichts des heftigen Wintereinbruchs in Niedersachsen mit einer dicken Schneedecke wolle er ein Zeichen gegen Einsamkeit setzen, sagte Philippi. Gemeinsam mit dem Vorstandssprecher der Diakonie in Niedersachsen, Hans-Joachim Lenke, band er sich selbst eine Schürze um und verteilte Teller mit Reis und Schweinegeschnetzeltem sowie Schälchen mit Schokoladenpudding an die Bedürftigen.

Lenke sagte, Angebote wie die Ökumenische Essensausgabe der Kirchen und der Diakonie seien gerade in der gegenwärtigen Kälteperiode eine wichtige Hilfe für obdachlose Menschen. Aber eigentlich müsse es darum gehen, Wohnungslosigkeit zu verhindern. Der Diakonie-Chef dankte der Landesregierung, dass sie ein Modellprojekt von Diakonie und Caritas zur Wohnraumakquise für wohnungslose Menschen finanziell unterstütze.

Gegenwärtig fehle es an Vermietern, die bereit seien, Wohnraum an Menschen in sozialen Schwierigkeiten zu vermieten, betonte Lenke. Er appellierte deshalb an die Besitzer von Häusern und Wohnungen: „Wenn Sie Wohnraum zu vermieten haben, melden Sie sich bitte bei den vier Standorten des Modellprojekts. Die Mieter werden durch uns begleitet.“

Lenke hatte zum Jahresanfang 2026 den Vorsitz in der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege in Niedersachsen übernommen. Das Projekt „Wohnraumakquise“ startete in Hannover, Göttingen, Gifhorn und Twistringen bei Diepholz.

Minister Philippi richtete angesichts des Wintereinbruchs einen Appell an alle Bürgerinnen und Bürger, ein Auge auf Menschen ohne Wohnung zu haben: „Sprechen Sie Menschen, die in der Kälte sitzen oder liegen, an. Gehen Sie nicht einfach vorbei. Dies kann im Zweifel Leben retten.“ Er hoffe, dass sich die Wohnungslosigkeit wirksam eindämmen lasse, auch wenn es immer schicksalhafte Biografien geben werde, sagte Philippi dem Evangelischen Pressedienst (epd). Der Staat müsse verhindern, dass Menschen durch das soziale Netz rutschten.

Die Ökumenische Essensausgabe hatte am Mittwoch ihre Türen in den Räumen der Evangelisch-reformierten Gemeinde in Hannover geöffnet. Bis zum 21. März erhalten wohnungslose und bedürftige Menschen dort montags bis freitags von 11.30 bis 13.30 Uhr eine kostenlose warme Mahlzeit. Das Essen wird von mehreren Großküchen gespendet oder mit Geldspenden angekauft. Derzeit werden etwa hundert Mahlzeiten pro Tag ausgegeben.

Für die Austeilung der Mahlzeiten sorgen 34 Ehrenamtliche, die ein offenes Ohr für die Gäste haben. Die Essensausgabe wurde vor fast 40 Jahren von evangelischen und katholischen Christinnen und Christen ins Leben gerufen und wird seitdem vom Diakonischen Werk Hannover koordiniert.