Die kommenden Herausforderungen bei der Pflege lassen sich mit ausländischen Kräften allein nicht bewältigen, sagt der Deutsche Pflegerat. Und mahnt generelle Verbesserungen an.
Die Präsidentin des Deutschen Pflegerats, Christine Vogler, fordert, mehr Kompetenzen von Ärzten auf alle Beschäftigten in der Pflege auszudehnen. “Wir müssen die Heilkunde in Deutschland generell auf die Gesundheitsfachberufe übertragen, damit auch die Physiotherapeuten, die Pflegenden, all die Menschen die im System arbeiten, wirklich handlungskompetent am Patienten und am Pflegebedürftigen arbeiten können”, sagte Vogler am Dienstag im ZDF-Morgenmagazin. Dies müsse der Gesetzgeber vorantreiben. Momentan sei die Heilkunde bei den Ärztinnen und Ärzten festgeschrieben.
Mit Fachkräften aus dem Ausland allein lasse sich die Pflegesituation in Deutschland angesichts der demografischen Entwicklung nicht bewältigen, betonte Vogler. Sie sprach sich zugleich dafür aus, ausländische Pflegekräfte mit entsprechender Ausbildung im Herkunftsland vom ersten Tag an beruflich anzuerkennen. “Das passiert im Moment nicht.” Gleichzeitig brauche es aber eine Kompetenzfeststellung. “Wir brauchen schon auch eine Qualitätssicherung.”
Vogler lobte die neue Zentralstelle zum Umgang mit ausländischen Pflegerinnen und Pflegern in Niedersachsen. Eine solche Zentralisierung sei “absolut zielführend und auch gut für die Menschen”. Notwendig seien eine gute Digitalisierung und eine gute Behördenstruktur. Hier machten sich die Bundesländer gerade auf den Weg. Laut ZDF hat jede fünfte Pflegefachkraft in Deutschland inzwischen einen ausländischen Pass. Damit habe sich ihre Zahl seit 2013 verfünffacht.