Passionskoffer gehen auf Reisen

In Waren sind Adventskoffer nicht mehr unbekannt, nun gibt es auch Passionskoffer. Zehn gehen in der diesjährigen Passionszeit durch alle Gemeinden der Ökumene Waren.

Die Adventskoffer starteten Aschermittwoch beziehungsweise am ersten Sonntag in der Passionszeit und sollen Karfreitag in den Gottesdiensten wieder in den Kirchen ankommen.
Die Adventskoffer starteten Aschermittwoch beziehungsweise am ersten Sonntag in der Passionszeit und sollen Karfreitag in den Gottesdiensten wieder in den Kirchen ankommen.epd/Marion Wulf-Nixdorf

Waren. Ein Kreuz, eine Dornenkrone, eine Kerze mit Kerzenständer und Streichhölzern, eine Leseandacht, ein Angebot für Kinder und ein Gästebuch. Damit sind die zehn unterschiedlich kleinen Reisekoffer aus Pappe, Leder oder Kunststoff gefüllt. Zur Verfügung gestellt haben es die Puppenspieler Katharina Sell und Frank Hirrich vom Figurentheater „Ernst Heiter“. Vier Koffer starteten in einem gemeinsamen Gottesdienst der Marien- und der Georgengemeinde, zwei in der katholischen Gemeinde, einer jeweils in der Baptistengemeinde, der Landeskirchlichen Gemeinschaft, in der Adventsgemeinde und in der Neuapostolischen Gemeinde.

Gefüllt von allen Gemeinden

Die Koffer sind nicht nur in der Ökumene unterwegs. Die Inhalte kommen auch aus den verschiedenen Gemeinden, freut sich Georgenpastorin Anja Lünert. So kommen Kreuz und Kerzenständer aus der Baptistengemeinde, die Dornenkrone aus der katholischen Gemeinde, die Kerze hat die Pastorin Lünert gestaltet. Ebenso hat sie die Andacht ausgearbeitet. Das Angebot für Kinder kommt von Gemeindepädagogin
Anne-Sophia Pohle von der Mariengemeinde.

Die Koffer laden ein, für sich alleine oder als Gruppe eine Passionsandacht zu halten. Am Familientisch oder in einem Andachtsraum oder Gottesdienstsaal. „Ich nehme den Koffer mit zur Posaunenchorprobe“, sagte ein Mann spontan. Eine Frau will in ihrem Hauskreis mit der vorgefertigten Liturgie eine Passionsandacht feiern. „Ich bin gespannt, was mir die drei Brüder aus meinem Glaubenskurs heute abend erzählen“, sagt Pastorin Lünert. Auch sie hatten den Koffer schon. Es sei gar nicht so einfach, allein am Tisch für sich eine Andacht zu feiern, meinte eine andere Frau. Man müsse dies einüben.

Die Idee ist im Ökumenekreis in Waren entstanden

Zu den gemeinsam gefeierten Allianzgebetswochen seien im Laufe der Jahre immer weniger Menschen gekommen. „Dieses Format hatte sich überlebt und es musste nach Neuem gesucht werden. Denn das Miteinander der verschiedenen ökumenischen Gemeinden sollte unbedingt bleiben“, sagt er. So entstand die Idee, zu ökumenischen Stadtgottesdiensten jeweils im September einzuladen. Dabei war es wichtig, nicht nur Gottesdienst zu feiern, sondern danach noch Zeit für Begegnungen, zum Kennenlernen zu haben.

Gesucht wurde nach einer Idee für das Frühjahr, die auch unter den nun schon zwei Jahren andauernden Pandemie-Bedingungen umgesetzt werden kann. Nach dem Muster des Adventskoffers wurde der Passionskoffer geboren, der nicht an Ort und Zeit gebunden ist – jeder entscheidet selbst oder mit anderen gemeinsamen, wann er geöffnet wird. Damit möglichst viele mit diesem Koffer Andacht feiern können, wird gebeten, den Koffer schon am nächsten Tag weiterzugeben. gespannt sind die Initiatoren auf Eintragungen im Gästebuch, das unter 3G steht: Gebete – Gedanken – Grüße.