Ökumenische Essensausgabe im neuen Haus gestartet

In den Räumen der Evangelisch-reformierten Kirche gibt es ab sofort ein warme Mahlzeit. Der alte Standort war zu klein geworden.

epd

Hannover. Die Ökumenische Essensausgabe für Wohnungslose in Hannover ist in den Räumen der Evangelisch-reformierten Kirche gestartet. Bis Ende Februar erhalten von Armut betroffene Menschen im Foyer und Gemeindesaal in der Lavesallee werktags zwischen 11 und 13 Uhr eine kostenlose warme Mahlzeit, teilten die christlichen Kirchen in der Landeshauptstadt mit. „Damit wollen wir ihnen auch im übertragenen Sinne Wärme spenden“, sagte Hannovers Diakoniepastor Rainer Müller-Brandes. Die Diakonie koordiniert das langjährige Angebot, das zuletzt bei der Heilsarmee untergebracht war.

„Armut ist wie eine Krake, die verschiedene Lebensbereiche umfasst“, sagte Müller-Brandes. Eine Wohnung zu finden, sei mittlerweile „ausgesprochen schwierig“ geworden. Rund 3.000 Menschen gelten seinen Angaben zufolge in Hannover als wohnungslos. Schätzungen zufolge übernachteten im Winter etwa 300 von ihnen im Freien. Einige Bürger störten sich daran. „Keiner schläft aber freiwillig draußen“, mahnte Müller-Brandes. Wohnungslosigkeit wirke sich zudem auf die Gesundheit der Menschen negativ aus. Mehr als die Hälfte von ihnen sei nicht krankenversichert: „Mitten in Hannover leben Menschen in absoluter Armut.“

Currywurst-Gulasch ist der Hit

Rund 30 Ehrenamtliche helfen den Angaben zufolge bei der Essensausgabe. Gekocht werden „vor allem Gerichte, die man mit Messer und Gabel isst“, wie Cord Kelle vom Verein „Kochen für Obdachlose“ erläuterte. Der Renner sei zum Beispiel Currywurst-Gulasch mit Kartoffelpüree. Zum Dessert gebe es abwechselnd Obst und Pudding. Tageweise werde das Essen auch in der Kantine der Norddeutschen Landesbank sowie im diakonischen Krankenhaus Friederikenstift zubereitet.

Etwa 200 bis 300 Menschen im Alter von 15 bis über 70 Jahren kämen täglich zur Essensausgabe. Darunter seien viele, die kein Geld mehr haben, sich ein warmes Mittagessen zu erlauben, aber auch einige, die soziale Kontakte brauchten. Inzwischen kämen auch wieder mehr Frauen. Die alten Räumlichkeiten bei der Heilsarmee waren den Angaben zufolge für die vielen Gäste zu eng geworden. Gerade Frauen und Ältere hätten sich deshalb nicht mehr wohlgefühlt, sagte Christine Tursi von der Heilsarmee in Hannover. Im neuen Haus soll es mit der fast doppelten Fläche besser werden. (epd)