Jährlich bewertet die Bitkom als „Smart Cities“ ausgewiesene Großstädte im Rahmen einer Studie. Da bei dieser Studie das Thema digitale Barrierefreiheit jedoch kaum beachtet werde, hat die Dresdner IT-Firma HeiReS die Webseiten der 83 bewerteten deutschen Städte gesondert überprüft. Das Ergebnis laut HeiReS-Analyse: Nur wenige Großstädte aus dem Bitkom-Ranking erreichen einen Barrierefreiheitswert von über 75 Prozent. In den Top 5 vertreten sind München mit knapp 81 Prozent auf Platz 2 und Nürnberg mit rund 73 Prozent auf Platz 5. Auf Platz 1 steht Köln mit 82,1 Prozent.
„Ich freue mich sehr über diese Bestätigung unserer Bemühungen um einen gleichwertigen Zugang aller Menschen zu unseren Online-Angeboten“, sagte Oberbürgermeister Marcus König (CSU) laut Mitteilung der Stadt Nürnberg vom Freitag. Er sehe jedoch noch „Luft nach oben, um eine vollständige Barrierefreiheit zu erreichen“. Die Bewertung der meisten Städte-Webseiten lag im Untersuchungszeitraum von 2025 bis Anfang 2026 nur zwischen 30 und 60 Prozent. Damit seien diese Angebote für Menschen mit Einschränkungen oder Behinderungen häufig nur eingeschränkt nutzbar, so die Analyse.
Die Bitcom untersucht jährlich die als „Smart Cities“ angemeldeten deutschen Großstädte in einer Studie hinsichtlich ihrer Digitalisierungsprozesse. Im Bitkom-Ranking werden fünf wesentliche Kriterien beachtet: Verwaltung, IT/Kommunikation, Energie und Umwelt, Mobilität sowie Bildung und Gesellschaft. Laut HeiReS sind Inklusion oder digitale Barrierefreiheit in der Studie ein vernachlässigtes Thema. „Dass Barrierefreiheit ein ganzheitlicher Aspekt für alle Bereiche ist, der Teilhabe der gesamten Bürgerschaft sicherstellt, schien unklar zu sein“, heißt es in der Analyse.
In einer neutralen Untersuchung habe das Unternehmen eigenen Angaben zufolge die Städte-Webseiten einem selbst entwickelten „Barrierefreiheits-Kurzcheck“ unterzogen. Dabei seien entlang von klaren Fragen verschiedene Aspekte der Barrierefreiheit überprüft worden. Dazu gehörten Punkte wie das Vorhandensein von Texten in einfacher oder leichter Sprache, die Möglichkeit für blinde Menschen, sich die Webseite per Screenreader vorlesen zu lassen, oder Untertitel bei Videos und Audios. (0236/23.01.2026)