Das Präsidium des nordrhein-westfälischen Landtags hat Jüdinnen und Juden nach dem Angriff auf eine Feier zum Beginn des jüdischen Lichterfests Chanukka in Sydney sein Mitgefühl ausgesprochen. Die Tat sei feige und hinterhältig gewesen, wird Landtagspräsident André Kuper (CDU) am Montag in einer Mitteilung des NRW-Landtags zitiert. Sie „fordert uns heraus, unsere Werte und das jüdische Leben zu schützen“. Kuper nimmt den Angaben zufolge am Dienstag an einer Feier zum jüdischen Lichterfest in Berlin teil.
Auch im Landtag ist am Dienstagabend eine Chanukka-Feier geplant. Dabei werde auch an die Gründung des jüdischen Landesverbandes Nordrhein vor 80 Jahren erinnert, hieß es. „Wieder einmal wurde jüdisches Leben angegriffen, wieder einmal wurden Menschen getötet, nur weil sie Juden sind“, erklärte die Landtags-Vizepräsidentin Berivan Aymaz (Grüne), die auch am Dienstagabend bei der Feier sprechen soll. Antisemitismus sei kein abstraktes Phänomen, sondern „eine bittere und für Jüdinnen und Juden vernichtende Realität“. Daran dürfe sich niemand gewöhnen.
Bei dem mutmaßlich antisemitisch motivierten Angriff auf eine Chanukka-Feier am Strand Bondi Beach waren am Sonntag 16 Menschen getötet und mindestens 40 verletzt worden.
Chanukka wird als jüdisches Fest der Freude und des Lichts gefeiert. Es erinnert an die Wiedereinweihung des Tempels in Jerusalem vor mehr als 2.000 Jahren nach dessen Zerstörung durch fremde Herrscher. Die diesjährige Chanukka-Woche dauert vom 14. bis 22. Dezember.