Ernannt wurde er bereits im Oktober. Nun ist Josef Grünwidl unter großer Anteilnahme der österreichischen Öffentlichkeit zum Erzbischof von Wien geweiht worden.
Josef Grünwidl (62) ist neuer Erzbischof von Wien. Bei einem Festgottesdienst im Stephansdom legte Kardinal Christoph Schönborn seinem Nachfolger die Hände auf und weihte ihn zum Bischof. Als Zeichen der Freude über die Amtseinführung hatten schon vor der Feier am Samstagnachmittag die Glocken im gesamten Erzbistum geläutet.
Die Zeremonie wurde unter großer Anteilnahme der Öffentlichkeit live im österreichischen Fernsehen übertragen. Auch Bundespräsident Alexander Van der Bellen, Bundeskanzler Christian Stocker und zahlreiche weitere hochrangige Vertreter nahmen teil. Rund 3.000 Menschen konnten im Dom den Gottesdienst mitfeiern.
Im päpstlichen Ernennungsschreiben betonte Leo XIV., dass die Apostel von Christus erwählt worden seien, um das Evangelium zu verkünden. Dies sei auch die erste Aufgabe der Bischöfe als Nachfolger der Apostel. Sie sollten “als Brückenbauer, Seelsorger und Teamplayer” fungieren. “Deshalb, geliebter Sohn, haben wir an Dich gedacht”, so der Papst an Grünwidl. Dieser habe in den vergangenen Jahren “in reichem Maß priesterliche und menschliche Talente gesammelt”.
Kardinal Schönborn wünschte in seiner Predigt dem neuen Erzbischof ein “hörendes Herz” und die “Gabe der Weisheit und Unterscheidung”. Die Bischofsweihe verleihe zwar keine weltliche Regierungsvollmacht, sehr wohl aber den Auftrag, die Gemeinschaft der Gläubigen in der Erzdiözese zu leiten.
Grünwidl war am 17. Oktober von Papst Leo XIV. zum Erzbischof von Wien ernannt worden. Zuvor hatte er das Erzbistum nach dem Rücktritt Schönborns Anfang 2025 bereits übergangsweise als Apostolischer Administrator geleitet. Zum Abschluss der Weiheliturgie am Samstag ergriff er – sichtlich bewegt – selbst das Wort: “Für euch bin ich Bischof, mit euch bin ich Christ.”
Die Erzdiözese Wien ist die von der Katholikenzahl her mit Abstand größte katholische Diözese Österreichs. Laut aktuellen Daten gehören ihr 1.039.055 Katholikinnen und Katholiken an.