Hilfe von außen: Die evangelischen Landeskirchen Rheinland und Westfalen setzen auf einen neuen externen Partner bei der Beratung von Missbrauchsbetroffenen. Damit soll deren Zugang zu Hilfe erleichtert werden.
Missbrauchsbetroffene aus dem Umfeld der evangelischen Landeskirchen Rheinland und Westfalen können sich seit Jahresbeginn an eine neue externe Ansprechstelle wenden. Dafür wird mit dem Verein “Wildwasser Bielefeld” kooperiert, wie die Landeskirchen am Freitag mitteilten. Mit dem Angebot soll es Betroffenen erleichtert werden, über ihre Erlebnisse zu sprechen, ohne direkt einen Vertreter der Kirche kontaktieren zu müssen.
Der unabhängige Verein bietet laut Landeskirchen neben persönlicher Beratung vor Ort, am Telefon oder online auch Unterstützung in themenorientierten Gruppen, Supervision und fachspezifische Tagungen und Fortbildungen an. Bezogen auf kirchliche Fälle berate der Verein auch bezüglich Anerkennungsleistungen.
Die Vizepräses der rheinischen Landeskirche, Antje Menn, erklärte, es gebe zwar gute kirchliche Angebote zur Beratung. Zusätzlich sei aber eine qualifizierte externe Ansprechstelle wichtig: “Diese bietet vor allem für Menschen, die aufgrund eigener Erfahrungen oder aus anderen Gründen das Vertrauen in unsere Kirche verloren haben, einen niedrigschwelligeren neutralen Ort, an dem sie sich sicherer fühlen können.”