St. Michaelis

Neue Michel-Kelche aus altem Familiensilber

Im Gottesdienst am 1. Adventssonntag feiern sie ihre Premiere: die neuen Kelche, mit denen im Michel Abendmahl gefeiert wird.

So sehen die neuen Michel-Kelche aus

Hamburg. Die Hauptkirche St. Michaelis nimmt 15 neue Abendsmahlskelche in Gebrauch. Am 1. Advent (1. Dezember) sollen sie erstmals im 10-Uhr-Gottesdienst eingesetzt werden, kündigt die Gemeinde an. Gefertigt wurden sie aus altem Familiensilber, das die Gemeinde im Frühjahr gesammelt hatte. Besichtigt werden können die neuen Kelche bereits am Freitag, 29. November, um 16.30 Uhr im Altarraum, wenn der Weihnachtsbaum illuminiert wird.

Mehr als 10.000 Menschen feiern pro Jahr Abendmahl im Michel. Die alten Kelche sind durch die langjährige Nutzung mit Rotwein oder Traubensaft stark restaurierungsbedürftig und teilweise schadhaft. Eine Reparatur wäre aber deutlich teurer gewesen als ihr Wert. Darum entschloss sich die Gemeinde für eine Neuanschaffung. Nach einem Aufruf der Gemeinde hatten rund 450 Michaelis-Freunde im Frühjahr Schmuck, Münzen, Orden und Besteck gespendet. Mehr als 160 Kilogramm Alt-Silber kamen auf diese Weise zusammen.

„Wahrlich Unikate“

Nach Ostern wurde der gesammelte Silberschmuck in der Edelmetall-Scheideanstalt Schiefer in St. Georg eingeschmolzen, um daraus 40 Kilogramm hochwertiges Feinsilber zu gewinnen. Die Lübecker Silberschmiedin Margarete Oehlschläger fertigte damit im Herbst die neuen, 23 Zentimeter hohen Kelche, die innen vergoldet sind. Auch hierfür mussten noch einmal rund 90.000 Euro gesammelt werden. Wer 6.000 Euro spendete, wurde mit einer eigenen Namensgravur belohnt.

„Die Kelche sind wahrlich Unikate“, sagte Hauptpastor Alexander Röder. Sie würden vermutlich Jahrhunderte überdauern. Mit dem gespendeten Familiensilber werde eine besondere Gemeinschaft und Verbindung zwischen den Spendern, dem Michel und den vielen Abendmahlsgottesdiensten geschaffen. (epd)

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