Antisemitische Äußerungen und Taten: Seit dem Massaker in Bondi Beach geht Australiens Regierung gezielter dagegen vor. Neben Anklagen wird mit Ausreise gedroht.
Ein Mann aus Großbritannien soll aus Australien abgeschoben werden: Die Bundespolizei annullierte sein Visum, weil er Medienberichten zufolge verbotene Nazi-Symbole verwendet haben soll. Derzeit befinde sich der Mann, der auch wegen eines Aufrufs zu Gewalt gegen die jüdische Gemeinde in Sozialen Medien angeklagt sei, in Abschiebehaft. “Wer mit einem Visum nach Australien einreist, ist hier zu Gast”, sagte Innenminister Tony Burke am Mittwoch dem Sender ABC und fügte hinzu: “Wer hierherkommt, um Hass zu schüren, kann wieder gehen.”
Der namentlich nicht genannte Brite war den Angaben zufolge Anfang Dezember im australischen Bundesstaat Queensland festgenommen worden. Der 43-Jährige hatte nach Angaben der Polizei von Oktober bis November auf zwei Konten der Plattform X Hakenkreuze gepostet und “Ideologie mit einem spezifischen Hass auf die jüdische Gemeinde” verbreitet. Bei der Festnahme fand die Polizei in der Wohnung des Mannes zudem mehrere Waffen.
Seit dem Massaker an den Teilnehmern einer jüdischen Chanukka-Feier in Bondi Beach in Sydney vor zehn Tagen gehen die Behörden verstärkt gegen Antisemitismus vor. In Perth soll einem Mann der Waffenschein entzogen werden, nachdem die Polizei ihn in dieser Woche wegen des Verdachts antisemitischer Äußerungen in den Sozialen Medien angeklagt hatte.
Einem ABC-Bericht zufolge steht auch der Leiter des “New Madinah College” in New South Wales unter dem Verdacht, sich über mehrere Jahre hinweg in Sozialen Netzwerken antisemitisch geäußert zu haben. Eine Eignung als Schulleiter müsse er nun innerhalb von 28 Tagen nachweisen. Andernfalls drohe der Entzug der Schulzulassung, hieß es.
Bei dem Anschlag in Sydney kamen 15 Menschen ums Leben. Premierminister Anthony Albanese hatte sich am Montag bei der jüdischen Gemeinde für den tödlichen Anschlag entschuldigt. “Ich spüre die schwere Verantwortung für ein Gräuel, das sich während meiner Amtszeit als Premierminister ereignet hat”, sagte er.