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Nabu-Zählaktion: Immer weniger Sperlinge in MV

In Mecklenburg-Vorpommern haben sich 4.035 Menschen an der Zählaktion „Stunde der Wintervögel“ des Naturschutzbund Deutschland (Nabu) beteiligt, und damit deutlich mehr als im Vorjahr (2.626 Teilnehmende). Weniger erfreulich seien jedoch manche Ergebnisse der Zählung, wie der Nabu am Mittwoch in Schwerin mitteilte. Mit im Schnitt gesichteten 32 Vögeln wurden bundesweit noch nie so wenig Individuen pro Garten oder Park gezählt wie in diesem Jahr. In Mecklenburg-Vorpommern waren es zwar etwas mehr (43 Vögel pro Garten), allerdings waren zur ersten „Stunde der Wintervögel“ im Jahr 2011 noch 54 Vögel pro Garten gemeldet worden.

Besonders auffällig ist laut Nabu der große Rückgang der beiden Spatzenarten. Bundesweit wurden sie 15 Prozent (Haussperling) und 10 Prozent (Feldsperling) seltener gesichtet als im Vorjahr. In Mecklenburg-Vorpommern wurden 9 Prozent weniger Haussperlinge und 13 Prozent weniger Feldsperlinge als im Vorjahr gezählt. Ein großes Problem für beide Arten sei der Mangel an Brutplätzen und Nahrung, dem Feldsperling setze vor allem der Pestizideinsatz in der Landwirtschaft zu, hieß es. Spatzen fressen im Winter Körner und Samen, während der Brutzeit dienen jedoch auch Insekten und Larven als Proteinquelle und Nahrung für ihre Jungvögel.

Trotz seines Negativtrends liege der Haussperling bundesweit und in Mecklenburg-Vorpommern immer noch ganz vorn in der Rangliste der am häufigsten gesichteten Vögel. Es folgten im Nordosten Kohlmeise, Feldsperling, Blaumeise und Amsel. Das Zählergebnis der Amsel habe bei den Ornithologen für Erleichterung gesorgt: Sie sei wieder deutlich öfter gesehen worden, nachdem ihr Bestand in den vergangenen Jahren stark unter dem Usutu-Virus gelitten hatte. Ebenfalls erfreulich: Auch Buchfink und Rotkehlchen tauchten wieder häufiger auf.

Die „Stunde der Wintervögel“ ist Deutschlands größte wissenschaftliche Mitmachaktion und wird vom Nabu und seinem bayerischen Partner, dem Landesbund für Vogel- und Naturschutz durchgeführt. Die Aktion liefert Daten zur Winter-Bestandsentwicklung häufiger Arten des Siedlungsraums. Je größer die Teilnahmezahlen und je länger die Zeitreihe, desto aussagekräftiger sind die Ergebnisse. Die nächste Zählaktion ist die „Stunde der Gartenvögel“ vom 8. bis 10. Mai.