Museumsdirektor: Das eigentliche Opfer von Corona ist die Neugier

Einschränkungen wegen Corona gibt es kaum noch, aber die Museen müssen weiter kämpfen. Warum die Leute nicht zurück kommen, weiß ein Museumsdirektor aus Bremen.

Die Pandemie hat den Museen zu schaffen gemacht (Symbolbild)
Die Pandemie hat den Museen zu schaffen gemacht (Symbolbild)imago images/tagesspiegel

Auch wenn sich die Besucherzahlen der Museen weiter normalisieren, ist für die Kunst nach Einschätzung des Bremer Museumsdirektors Arie Hartog noch lange nicht alles so wie vor der Corona-Pandemie. Er beobachte, dass zwar das Stammpublikum wieder zurück in die Ausstellungen komme, sagte der Chef des Gerhard-Marcks-Hauses dem Bremer Weser-Kurier. Aber die Älteren seien weiter vorsichtig. „Das eigentliche Opfer von Corona ist die Neugier.“

„Viele Menschen, die früher auch mal in unser Museum gingen, haben sich in neuen Blasen eingerichtet. Wir werden viel Zeit und harte Arbeit brauchen, um sie da raus zu locken“, führte Hartog aus. Ihn freut aber besonders, dass die Schulen wieder Besuche einplanen.

Positiver Trend

Das Gerhard-Marcks-Haus registrierte seinen Angaben zufolge in Vor-Corona-Zeiten jährlich mehr als 24.000 Gäste. 2021 waren es mit mehreren Monaten Schließungszeiten knapp 6.800. Im vergangenen Jahr zählte das Museum 15.500 Besucherinnen und Besucher.

Das 1971 gegründete Haus betreut den künstlerischen Nachlass des Bildhauers und Grafikers Gerhard Marcks (1889-1981). Er schuf die bekannte Bronzeskulptur der Bremer Stadtmusikanten mit Esel, Hund, Katze und Hahn am Rathaus der Hansestadt.