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Museum plant Sonderschau zum Göttinger Gänseliesel

Das Städtische Museum Göttingen bereitet eine Sonderausstellung zum 125-jährigen Bestehen des Göttinger Gänseliesels vor. Die Brunnenfigur auf dem Marktplatz ist das Wahrzeichen der Stadt. Am 9. April werde die große Sonderschau eröffnet, teilte das Museum am Freitag mit.

Der Markt- und Zierbrunnen mit einem Gänseliesel als Brunnenfigur wurde 1901 vor dem Rathaus errichtet. Umgangssprachlich wird der ganze Brunnen als „Gänseliesel“ bezeichnet. Teile der Studentenschaft bezogen die Brunnenanlage bald in ihr Brauchtum ein. Nach ihrer Immatrikulation bestiegen die Studierenden den Brunnen, um die Brunnenfigur zu küssen. In den vergangenen Jahrzehnten waren es Doktoranden, die nach erfolgreicher Prüfung das Gänseliesel küssten. Dabei wird dem Gänseliesel ein Blumenstrauß überreicht. Das Gänseliesel gilt deshalb als meistgeküsstes Mädchen der Welt.

Seit 1996 wird einmal jährlich auf Initiative eines regionalen Wirtschaftsverbandes eine junge Frau zum „Gänseliesel“ gekürt. Sie übernimmt repräsentative Aufgaben in und für die Stadt Göttingen, vor allem in der Wirtschaftsförderung.

Ähnliche Brunnenfiguren gibt es auch in anderen Städten, etwa in Hannover den Gänseliesel-Brunnen auf dem Steintorplatz und in Berlin-Wilmersdorf den Gänseliesel-Brunnen auf dem Nikolsburger Platz. In Spiesen-Elversberg im Saarland steht ein Gänselieseldenkmal zum Gedenken an ein Mädchen, das die Einwohner im Dreißigjährigen Krieg vor dem Hungertod bewahrt haben soll. Die Stadt Monheim am Rhein trägt seit 1939 ein Gänseliesel im Wappen.