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Morgenland Festival präsentiert Musiker mit Migrationserfahrung

Das Morgenland Festival Osnabrück will von diesem Jahr an neue inhaltliche Schwerpunkte setzen. Unter der neuen künstlerischen Leitung der iranischen Klarinettistin und Kuratorin Shabnam Parvaresh werde vom 29. Mai bis 6. Juni das Thema „Stimmen der Diaspora“ ins Zentrum gerückt, wie die Verantwortlichen am Mittwoch mitteilten. Im Fokus stünden Kunstschaffende, deren Biografien durch Migrationserfahrung und das Leben zwischen verschiedenen Kulturen geprägt seien.

Für diese Neuausrichtung steht den Angaben zufolge nicht zuletzt die neue Leiterin. Die 1983 in Teheran geborene Klarinettistin und bildende Künstlerin wechselte 2013 nach politisch motivierten Repressionen vom Teheraner Symphonieorchester nach Osnabrück. Seitdem widmet sie sich der experimentellen Musik.

Die neue künstlerische Leitlinie spiegelt sich im diesjährigen Programm wieder, hieß es. So gestaltet die US-amerikanische Sängerin Ganavya das Eröffnungskonzert mit einer meditativen Verbindung aus südindischer Klassik, Jazz und Ambient. Die bahrainisch-britische Trompeterin Yazz Ahmed verbindet zeitgenössischen Jazz mit Einflüssen aus der arabischen Musiktradition. Der ägyptische Poet und Vokalist Abdullah Miniawy präsentiert seine klanglich eindringlichen Visionen.

Das Morgenland Festival widmete sich seit der Gründung 2005 unter der Leitung von Michael Dreyer jährlich der Musik des nahen und mittleren Ostens. Hochkarätige Ensembles etwa aus Irak, Iran, Syrien oder Kirgistan traten in Osnabrück auf. Ebenso wurden kooperative Musikprojekte in diesen Ländern realisiert. Das Festival hat sich als feste Größe im internationalen Musikleben und als Leuchtturm des kulturellen Austauschs etabliert.