Einsichten – die christliche Kolumne

Mit viel Licht

Über eine Reise in die Berge schreibt Margit Gutowski. Sie ist Prädikantin in Putbus auf Rügen.

Der Predigttext des kommenden Sonntags lautet: „Und Gott sah, dass das Licht gut war.“ aus 1. Mose 1, 1-4a

Unser Zug fährt von München ins Allgäu. Langsam werden die Schatten länger. Die Berge tauchen auf, einige noch schneebedeckt, zunächst noch klein am Horizont, doch immer größer werdend, je näher wir kommen. Majestätisch ragen sie rechts und links von den Schienen auf, werden vom untergehenden Licht der Abendsonne angestrahlt. Rosarot. Alpenglühen. Mein Herz wird warm, und ich freue mich auf die Zeit, die vor uns liegt.

Wir wandern viel bei wunderbarem Sonnenschein. Wie gut es tut nach den grauen Tagen des Winters die wärmenden Strahlen auf der Haut zu spüren. Meine Gedanken wandern auch. Zum Predigttext des Sonntags Jubilate. „Und Gott sah, dass das Licht gut war.“ Licht steht am Anfang allen Lebens. Natürliches Licht ist lebenswichtig für uns. Wir richten unseren Tag- und Nachtrhythmus danach aus. Eine Vielzahl an biochemischen körperlichen Prozessen wird davon beeinflusst. Licht beeinflusst auch unsere Stimmung sowie unsere geistige und körperliche Leistungsfähigkeit. Tier- und Pflanzenwelt sind auf Licht und Sonne angewiesen. Kein Wachstum ohne Licht. Ohne Licht würden wir jämmerlich zugrunde gehen.

Was uns guttut

Gott weiß, was uns guttut. Er weiß, was wir brauchen. Gerade ist so vieles nicht gut… Ein Gedanke erhellt mich: „Wandeln im Lichte Gottes.“ Ein zweiter gesellt sich dazu: „Ihr seid das Licht der Welt“, sagt Jesus. Sind wir es? Vielleicht. Manchmal. Ihr seid es, steht da. Das ist ein Zuspruch. Und so will ich meinen Weg gehen in der Gewissheit, dass ich im Lichte Gottes stehe, tun, was mir möglich ist, Gottes wunderbare Schöpfung zu bewahren, Gottes Licht und seine Liebe weitergeben, sie reflektieren, wie die schneebedeckten Berge das Licht der untergehenden Sonne widerspiegeln. Wo Licht ist, da ist auch Schatten. Noch.

Aber ich kann im Licht und der Hoffnung von Ostern wandern. Was für ein Geschenk! Ich möchte Augen und Ohren offen halten für die kleinen und großen Wunder des Lebens, dass sie in mein Leben strahlen.

Unsere Autorin
Margit Gutowski ist Prädikantin aus Putbus auf Rügen.

Zum Predigttext des folgenden Sonntags schreiben an dieser Stelle wechselnde Autoren. Einen neuen Text veröffentlichen wir jeden Dienstag.

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren