Mit dem „Brot-Dreirad“ durch Niedersachsen

60 Orte in 60 Tagen –  die Landeskirche feiert das Jubiläum von „Brot für die Welt“ mit einer Tour. Dazu gehört ein italienischer Lieferwagen mit drei Rädern.

Mit diesem italienischen Kleinlieferwagen geht's auf Tour
Mit diesem italienischen Kleinlieferwagen geht's auf TourUwe Becker / Diakonisches Werk

Hannover. Die hannoversche Landeskirche feiert das 60-jährige Bestehen des evangelischen Hilfswerks „Brot für die Welt“ mit einer 60-tägigen Tour durch Niedersachsen. Das „Brot-Dreirad“ – ein italienischer Kleinlieferwagen der Marke „Ape Piaggio“ auf drei Rädern – ist in Hannover gestartet. Er wird Station in 60 Orten in allen 48 Kirchenkreisen zwischen Hann. Münden und der Nordsee machen. „Das ist eine sehr schöne Idee“, sagte Landesbischof Ralf Meister zum Start der Jubiläumstour. Der evangelische Theologe spendete dabei einen Reisesegen.

Die Tour solle Dank und Ermutigung sein für die Menschen, die sich seit 1959 mit aller Kraft für den Kampf gegen den Welthunger einsetzten, sagte Meister. Sie solle aber auch Mahnung sein, dass „die Welt noch nicht so ist, wie sie sein sollte“. Das Brot-Dreirad werde als „rollende Litfasssäule“ Präsenz in der Fläche zeigen. Vor Ort sei sie in verschiedene Rahmenprogramme der Kirchenkreise und Sprengel eingebunden. Die Jubiläumstour endet am 23. August wieder in Hannover. Die hannoversche Landeskirche umfasst rund drei Viertel Niedersachsens.

Mit 35 km/h übers Land

Der landeskirchliche Beauftragte für „Brot für die Welt“, Uwe Becker, sagte, mit der Tour solle vor Ort auch gezeigt werden, dass hinter dem Hilfswerk nicht nur ein Spendenkonto, sondern auch Menschen steckten. Becker ist einer von fünf speziell geschulten Fahrern des hannoverschen Mitarbeiterteams, die die „Ape Piaggio“ mit einer Höchstgeschwindigkeit von 35 Stundenkilometern im Wechsel von vier bis fünf Tagen durch Niedersachsen steuern. Mit dem Fahrzeug werden sie bevorzugt Kirchen und Marktplätze anfahren. An 45 von 60 Tagen ist das Brot-Dreirad in ein Vor-Ort-Programm eingebunden, wie Becker erläuterte. So werde das Fahrzeug etwa an einem Freiluftgottesdienst in Walsrode teilnehmen und bei Veranstaltungen auf der Nordseeinsel Langeoog sowie im Heidepark Soltau zu sehen sein. An Bord sei jede Menge Informationsmaterial.

„Brot für die Welt“ ist nach eigenen Angaben ein weltweit tätiges Entwicklungswerk der evangelischen Kirchen in Deutschland. Gemeinsam mit lokalen Partnern unterstützt das Werk arme Menschen in mehr als 90 Ländern im Kampf gegen Hunger und Mangelernährung. Weitere wichtige Ziele sind die Friedensförderung und die Bewahrung der Schöpfung. In der ersten Spendenaktion unter dem Titel „Brot für die Welt“ im Advent 1959 sammelten die evangelischen Kirchen in Ost- und Westdeutschland 24 Millionen Mark für die Opfer einer großen Hungersnot in Indien. Gemeinsam mit der Diakonie Deutschland und der Diakonie Katastrophenhilfe bildet „Brot für die Welt“ heute das Evangelische Werk für Diakonie und Entwicklung. (epd)