Migrationsdienste befürchten massive Kürzungen

Mit einer Ausstellung mit dem Titel „Erfolgsgesichter – Integration in Nürnberg“ wollen die Beratungsstellen der Freien Wohlfahrtspflege auf Kürzungen in der Migrationsberatung aufmerksam machen. Sie stellt 18 Klientinnen und Klienten der Nürnberger Migrationsberatungsstellen vor, die sich zu ihrem Leben und Wünschen befragen ließen, teilte die Caritas am Dienstag mit. Die Ausstellung ist im Südstadt-Forum bis zum 20. Dezember zu sehen.

Die Ausstellung sei ein Appell an die Öffentlichkeit: Die kontinuierliche und zeitintensive Beratung geflüchteter Menschen sei ohne finanzielle Absicherung nicht zu leisten. In den Haushalten des Bundesinnenministeriums und Bundesfamilienministeriums soll der Bereich aber massiv gekürzt werden. In der Migrationsberatung für erwachsene Zugewanderte müssten dann 30 Prozent der Beratungskapazitäten wegfallen.

Jugendmigrationsdienste müssten mit Einschnitten von 15 Prozent rechnen. „Nach über 60 Jahren erfolgreicher Integrationsarbeit wird diese Arbeit nun infrage gestellt“, kritisiert Elke Dörr, Leiterin des Jugendmigrationsdienstes der Stadtmission Nürnberg, im Namen aller Nürnberger Jugendmigrationsdienste. Sie fordert die Rücknahme der geplanten Kürzungen und plädierte für eine Aufstockung der Mittel.

„Die Zahl der Beratungsfälle bei den Nürnberger Jugendmigrationsdiensten hat im Vergleich zum Vorjahr um 25 Prozent zugenommen“, sagte Dörr: „Wir dürfen die Menschen nicht sich selbst überlassen, sondern müssen ihnen bei der Integration helfen.“

Würde die Migrationsberatung zurückgefahren, befürchten die Jugendmigrationsdienste hohe Folgekosten aufgrund mangelnder Integration sowie eine weitere Verstärkung des Fachkräftemangels. Sie weisen auch darauf hin, dass die Bildungsberatung Garantiefonds Hochschule und das Anti-Rassismus-Programm „Respekt Coaches“ zum Ende dieses Jahres komplett gestrichen würden. Beide Programm würden auch in Nürnberg durchgeführt. (00/3047/19.09.2023)