Artikel teilen:

Mehr Besucher in rheinland-pfälzischen NS-Gedenkstätten

Die rheinland-pfälzischen NS-Gedenkstätten haben im vergangenen Jahr erneut einen deutlichen Anstieg der Besucherzahlen verzeichnet. Im ehemaligen Konzentrationslager Osthofen bei Worms seien mehr als 20.000 Besucherinnen und Besucher gezählt worden, teilte die Landeszentrale für politische Bildung in Mainz dem Evangelischen Pressedienst (epd) mit. Im früheren SS-Sonderlager Hinzert (Landkreis Trier-Saarburg) habe es mehr als 11.900 Besuche gegeben. Im Vergleich zum Vorjahr sei dies ein Anstieg um 1.220 Gäste (6,5 Prozent) in Osthofen und um rund 900 (8 Prozent) in Hinzert.

Bedingt sei der Besucherzuwachs in Osthofen und Hinzert durch mehr geführte Gruppen, informierte die Landeszentrale. Von größeren antisemitischen Vorfällen seien die Gedenkstätten verschont geblieben. Ein Hakenkreuz sei beim Besuch einer Schulgruppe in eine Bank geritzt worden, etwas vermehrt seien rechtsextremistische Aufkleber im Umfeld der Gedenkstätten gefunden worden. Insgesamt habe es ein großes Interesse an den Angeboten der Gedenkstätten und viel positives Feedback gegeben.

Auch in die von einem Förderverein geleitete Gedenkstätte für NS-Opfer in Neustadt an der Weinstraße kamen 2025 deutlich mehr Besucherinnen und Besucher als im Vorjahr. Mehr als 1.900 Menschen hätten die einzige Stätte ihrer Art in der Pfalz besucht – 277 (17 Prozent) mehr als im Vorjahr. Das mögliche Zeigen des Hitlergrußes in einer Besuchergruppe werde untersucht.

Auf dem einstigen Fabrikareal in Osthofen und dem Neustädter Kasernengelände richteten die Nationalsozialisten im März 1933 zwei frühe Konzentrationslager für politisch und religiös Verfolgte ein. Das KZ in Neustadt bestand nur drei Monate, das Lager in Osthofen rund ein Jahr lang. In dem 1939 eröffneten SS-Sonderlager Hinzert wurden schätzungsweise rund 1.000 Häftlinge, darunter zahlreiche Widerstandskämpfer aus Luxemburg und gefangene Politkommissare der sowjetischen Armee, ermordet.