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Mehr als 19 Millionen wurden bereits Mobbingopfer

Die Zahl der Opfer von Cybermobbing in Deutschland ist einer Studie zufolge seit 2021 um mehr als 20 Prozent angestiegen. Über 7,2 Millionen Menschen sind damit schon einmal betroffen gewesen, wie das Bündnis gegen Cybermobbing am Freitag in Berlin mitteilte. Jedes vierte Cybermobbingopfer, mehr als 3,8 Millionen Menschen, würde sich sogar als suizidgefährdet einstufen. Insgesamt seien 19 Millionen Menschen (37 Prozent) schon einmal Mobbingopfer geworden.

In hohem Maße präge Mobbing bei Erwachsenen die Arbeitswelt, wo 43 Prozent der Vorfälle stattfinden. Fast jeder dritte Täter habe angegeben, „aus Ärger mit der Person“ oder weil „andere das auch machen“ gehandelt zu haben. Vorgesetzte sind demnach in mehr als der Hälfte der Mobbingfälle am Arbeitsplatz als Täter oder Mittäter beteiligt.

Besonders alarmierend seien die Zahlen bei den 18- bis 24-Jährigen, die überdurchschnittlich häufig von Mobbing (45 Prozent) und Cybermobbing (25 Prozent) betroffen sind. Neben jüngeren Menschen treffe es auch besonders häufig Frauen: Sie haben laut den Studienergebnissen ein 1,3-mal höheres Mobbingrisiko als Männer.

Fast jede zweite betroffene Person klage über Persönlichkeitsveränderungen und Depressionen. Zudem beliefen sich die mit Mobbingvorfällen direkt verbundenen Krankheitsfolgekosten für Unternehmen auf rund 4,3 Milliarden Euro pro Jahr.

Das Bündnis hat die empirische Studie eigenen Angaben zufolge nach 2014, 2018 und 2021 zum vierten Mal erhoben. Dafür seien repräsentativ 2.030 Erwachsene im Alter von 18 bis 65 Jahren online befragt worden.