LNG-Terminal: Umweltverbände wollen Genehmigung überprüfen lassen

Der Nabu sieht eine „dauerhafte Belastung für Natur und Klima“ – und will von einem Gericht klären lassen, ob das Vorgehen in Ordnung ist. Der erst LNG-Tanker macht bald fest.

LNG-Tanker wie dieser werden in Wilhelmshaven erwartet
LNG-Tanker wie dieser werden in Wilhelmshaven erwartetIMAGO/YAY Images

Unmittelbar nach der Genehmigung des LNG-Terminals in Wilhelmshaven wollen Umweltverbände das Vorgehen überprüfen lassen. Das soll auf dem Klageweg passieren, erklärte der Präsident des Naturschutzbundes (Nabu), Jörg-Andreas Krüger. Dauerhafte Belastungen für Natur und Klima würden ignoriert.

Am Donnerstagnachmittag sollte mit dem Terminalschiff „Höegh Esperanza“ der erste Tanker mit Flüssiggas (LNG) in Wilhelmshaven ankommen. Am Freitag soll der Gasimporteur Uniper als Betreiber der Anlage die letzten noch ausstehenden wasser- und emissionsrechtlichen Genehmigungen von der niedersächsischen Landesregierung erhalten.

Nicht mehr nur kurzfristig

Krüger kommentierte, mit dem LNG-Gesetz und der Planung von zwölf neuen LNG-Terminals, die bis 2043 betrieben werden sollten, gingen die Bemühungen der Bundesregierung deutlich über eine eher kurzfristig zu bedienende Gasnachfrage hinaus. „Klimaschädliche, fossile Infrastruktur wird ohne Umweltverträglichkeitsprüfung und mit sehr verkürzten Beteiligungsverfahren durchgewunken.“

Umweltverbände könnten dadurch ihre Aufgabe als Natur- und Umweltschützer nicht wahrnehmen, kritisierte der Nabu-Präsident. „Im Ergebnis wird die Transformation des Energiesektors massiv behindert, die Bekämpfung der Klimakatastrophe und der Schutz der biologischen Vielfalt rückt in den Hintergrund.“