Homosexualität

„Lesben und Kirche“ feiert Jubiläum

Seit 25 Jahren engagiert sich die Arbeitsgruppe "Lesben und Kirche". Zum Geburtstag wird ein Gottesdienst gefeiert, auch eine Alt-Bischöfin hat sich angesagt.

Hamburg. Mit einem Gottesdienst in der Hamburger St. Georg-Kirche am Hauptbahnhof feiert die Arbeitsgruppe „Lesben und Kirche“ (LuK) am Mittwoch, 31. Juli, ihr 25-jähriges Bestehen. Prominente Gäste sind Alt-Bischöfin Maria Jepsen und Hamburgs Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank (Grüne). Der Gottesdienst unter dem Bibelwort „Siehe! Du bist schön!“ beginnt um 18.30 Uhr.

Gegründet hatte sich „Lesben und Kirche“ 1994 im Vorfeld des Evangelischen Kirchentags in Hamburg. An rund 30 Veranstaltungen hatte sich LuK auf dem Kirchentag beteiligt, um den Belangen lesbischer Frauen in der Kirche Gehör zu verschaffen, erinnert sich LuK-Sprecherin Jessica Diedrich. Die rechtliche Situation und die gesellschaftliche Akzeptanz von Lesben hätten sich seitdem stark verbessert. Es gebe aber noch viel zu tun.

Warum keine Trauung?

Die Gruppe unter anderem, dass die Nordkirche immer noch zwischen einer „Trauung“ für heterosexuelle und einem „Segnungsgottesdienst“ für homosexuelle Paare unterscheidet. Wenn sich das Kirchenparlament im Herbst mit dem Thema Familie befasse, müssten die Belange homosexueller, transsexueller und intersexueller Menschen angemessen einfließen, so Diedrich. Die damalige Nordelbische Kirche sei seinerzeit Vorreiterin in Fragen der Gleichberechtigung gewesen. Heute sei die Nordkirche „eher Schlusslicht“.

Die etwa zehnköpfige Arbeitsgruppe bearbeitet auch immer wieder grundlegende theologische Fragen. Immer noch werde Gott von vielen als männlich wahrgenommen, beklagt Diedrich. Dies spiegele sich auch in vielen Kirchenliedern und in der Liturgie der Gottesdienste wider. Dabei sei Gott weder männlich noch weiblich, sondern gehe weit darüber hinaus. Auf diese Verengung des Gottesbildes aufmerksam zu machen, sei eine anhaltende Aufgabe, für die es nicht immer einfache Lösungen gibt.

Ihren Sitz hat die ökumenische Arbeitgruppe in der Ev. Familienbildungsstätte Hamburg-Eppendorf. Hier trifft sie sich zweimal im Monat. Seit der Fusion der Nordelbischen Kirche mit den Landeskirchen Mecklenburg und Pommern ist die LuK in Hamburg Ansprechpartnerin für die gesamte Nordkirche. (epd)

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