Landesbischof Ulrich hält Theaterpredigt zu „Luther“

Das Stück „Luther“, an dem der Autor Feridun Zaimoglu mitgearbeitet hat, wird kurz vor der Predigt des Nordkirchen-Landesbischofs aufgeführt. Der Reformator sei dabei kein Held seiner Zeit.

Kiel. Vorhang auf für den Landesbischof der Nordkirche: Gerhard Ulrich wird am 10. Oktober seine zweite Theaterpredigt im Kieler Schauspielhaus halten. Grund ist die Uraufführung des Stücks "Luther". Anlässlich des Reformationsjubiläums in diesem Jahr hat der Kieler Bestsellerautor, Essayist und Dramatiker Feridun Zaimoglu gemeinsam mit seinem Co-Autor Günter Senkel ein historisch-religiöses Thema für die Bühne geschrieben. Premiere ist bereits am 7. Oktober, kündigte das Schauspielhaus in Kiel an.
In dem neuen Stück ist Luther kein Held, "sondern ein Kind seiner Zeit", betonte Ulrich. Das Stück schließt thematisch an den aktuell erschienenen Luther-Roman "Evangelio" von Zaimoglu an. Während der Roman die Bibelübersetzung Luthers auf der Wartburg 1522 ins Zentrum stellt, spielt das Stück 18 Jahre später in Wittenberg. Darin ist Luther ein verheirateter Familienvater, die Zeiten sind unruhig und aufgeheizt. Als ein sehr heißer Sommer zu Ernteverlust und Wasserknappheit führt, braucht man einen Schuldigen, und es kommt zu einem Hexenprozess.

Ulrich als Schauspieler vom Fach

Ulrich wird im Rahmen der Kieler Reihe "Amtskultur" predigen, der Kulturreihe des Landeskirchenamtes der Nordkirche. Die erste Kieler Theaterpredigt hielt Ulrich zu den "Zehn Geboten" des Autorenduos Zaimoglu und Senkel sowie des israelischen Theaterautors Shlomo Moskovitz im Jahr 2016. 350 Menschen kamen dafür ins Schauspielhaus.
Seit über einem Jahr hält der Landesbischof Theaterpredigten. Im November 2015 setzte er sich im Mecklenburgischen Staatstheater in Schwerin mit dem Schauspiel "Ein Volksfeind" des norwegischen Dramatikers Henrik Ibsen auseinander. Bei der Vorstellung des Spielplans 2017/2018 der Kieler Bühnen verwies Ulrich auf seine Biografie. "Ich bin im Erstberuf ausgebildeter Schauspieler", sagte er. (epd)