In Zusammenarbeit mit dem Kinoportal filmdienst.de und der Katholischen Filmkommission bietet die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) Kurzkritiken zu Filmen an, die ab Donnerstag, 5. Februar, in den deutschen Kinos anlaufen – sortiert nach Bewertung (siehe unten) und bei gleicher Anzahl der Sterne nach Alphabet:
Ein Angestellter aus Südkorea verliert nach seiner Entlassung jegliche moralische Orientierung. Als er nach einem Jahr immer noch keinen guten Arbeitsplatz gefunden hat und ihm der weitere soziale Abstieg droht, beginnt er, Konkurrenten um eine neue Anstellung systematisch auszuschalten. Von dieser radikalen Prämisse aus entfaltet sich in der schwarzen Komödie eine groteske Kapitalismuskritik, die Thriller- und Satireelemente verbindet. Überzeichnung und eskalierende Missverständnisse dienen dazu, Konkurrenzdruck und Gesichtsverlust sichtbar zu machen. Die Zuspitzung ist kalkuliert und trifft den Nerv der Arbeitswelt, die zugunsten von Profitmaximierung immer unmenschlicher wird. – Sehenswert ab 16.
Ausführliche Credits, Texte und Bilder bei filmdienst.de: https://www.filmdienst.de/film/details/624029/no-other-choice
Dokumentarfilm über den Leipziger Maler Michael Triegel, der den im 16. Jahrhundert zerstörten Mittelteil des Cranach-Altars im Naumburger Dom neu gestaltet. Über mehrere Jahre begleitet der Film den Künstler bei der Arbeit im Atelier und auf Reisen zu den Quellen der Renaissance. Dabei entsteht ein vielschichtiges Porträt eines Malers, der altmeisterliche Techniken bewusst als zeitgenössisches Ausdrucksmittel begreift. Zugleich thematisiert der Film die Kontroversen um Denkmalschutz, religiöse Bildtraditionen und den bedrohten Unesco-Welterbestatus des Doms. – Sehenswert ab 14.
Ausführliche Credits, Texte und Bilder bei filmdienst.de: https://www.filmdienst.de/film/details/625783/triegel-trifft-cranach-malen-im-widerstreit-der-zeiten
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Ein junger Bundeswehrsoldat gerät nach einer unbedachten Geste gegenüber einer querschnittsgelähmten Frau in eine verhängnisvolle Beziehung. Aus Schuldgefühl und Mitleid spielt er ihr Gefühle vor und weckt Hoffnungen in ihr. Dabei geht er in seinem Eifer, sich als durchsetzungsfähiger Mann zu beweisen, zunehmend ungeschickter vor. Der an den Roman von Stefan Zweig angelehnte Stoff entwickelt sich zu einem zeitgenössischen Drama über Machtgefälle und Klassenunterschiede. Ohne Pathos und fein beobachtend, kreist er darum, wie gutgemeinte Hilfe in Eigennützigkeit kippt, und bildet einen bitteren Lernprozess der Hauptfigur ab. – Ab 14.
Ausführliche Credits, Texte und Bilder bei filmdienst.de: https://www.filmdienst.de/film/details/624139/ungeduld-des-herzens-2025
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Zur Zeit des Zweiten Golfkriegs 1990/91 wird ein neunjähriges Mädchen durch das Los bestimmt, für die Geburtstagsfeier des Machthabers Saddam Hussein einen Kuchen zu backen. Das erweist sich aber als großes Problem, da Nahrungsmittel kaum erhältlich und zudem sehr teuer sind. Die autobiografisch geprägte Kombination aus Coming-of-Age- und Familiendrama ist ganz aus der Perspektive des Mädchens erzählt und entfaltet auch durch seine überzeugenden Laiendarsteller eine authentische Atmosphäre. Zugleich vermittelt der Film eindringlich die Bedrohung der Zivilbevölkerung durch die Diktatur und die Folgen des Krieges. – Ab 12.
Ausführliche Credits, Texte und Bilder bei filmdienst.de: https://www.filmdienst.de/film/details/624818/ein-kuchen-fur-den-prasidenten
Fast ein Jahrhundert lang lebte die am Luganer See gelegene italienische Gemeinde Campione d”Italia von ihrem Spielcasino, dessen 2006 realisierter Neubau als größtes Casino in Europa galt. Mit seiner Pleite im Jahr 2018 stürzte auch der Ort in eine Existenzkrise. Seither lastet das brutalistische Gebäude wie ein Monolith auf dem Gemeinwesen, dessen Bewohner sich nur langsam von dem Schock erholen. Eine klug komponierte Parabel auf die Gier nach Gewinn, in der die Menschen Demut entwickeln, aber auch wieder von besseren Zeiten träumen. – Ab 14.
Ausführliche Credits, Texte und Bilder bei filmdienst.de: https://www.filmdienst.de/film/details/625814/architektur-des-glucks
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Eine junge Koreanerin lebt in der Küstenstadt Sokcho einen gleichförmigen Alltag, wobei sie schon ihr ganzes Leben lang ein Gefühl von Unzugehörigkeit begleitet. Als sich ein französischer Comiczeichner in der Pension, in der sie arbeitet, einquartiert, gerät ihr prekäres Gleichgewicht ins Wanken. Der schroffe Fremde rührt an die Leerstelle ihres unbekannten Vaters und wird zur Projektionsfläche für unterschiedlichste Sehnsüchte. Die Romanadaption rückt die Suche nach Identität ins Zentrum, was bei der markanten Hauptfigur gut funktioniert, beim männlichen Protagonisten aber auch Künstlerklischees bemüht. In der winterlichen Kulisse werden Kochen und Zeichnen zum Eingang in eine sensuelle Welt, die über ansprechende Animationssequenzen verbildlicht wird. – Ab 14.
Ausführliche Credits, Texte und Bilder bei filmdienst.de: https://www.filmdienst.de/film/details/625477/winter-in-sokcho
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Ein Motorradunfall führt zwei junge Männer aus gegensätzlichen Lebenswirklichkeiten auf einer abgelegenen brasilianischen Farm zueinander: Den seinem Land verbundenen Bauern und einen Mann aus der Stadt, den es ins Ausland zieht. Ihre leidenschaftliche Liebe wird aber bald durch eigene Zweifel und äußere Ablehnung bedroht. Ein kunstvoll fotografiertes Erotikdrama, das seine visuell eindrucksvollen Tableaus aber nicht in einen glaubwürdigen Erzählfluss einzubetten versteht. Dramaturgisch gerät der Film immer wieder ins Stocken. – Ab 18.
Ausführliche Credits, Texte und Bilder bei filmdienst.de: https://www.filmdienst.de/film/details/625452/only-good-things
Drama; Deutschland/Österreich 2025; 105 Minuten; Regie: Francis Meletzky.
Moderne Neuverfilmung von Theodor Storms berühmter Novelle. In den Hauptrollen: Max Hubacher, Olga von Luckwald, Annette Frier und Christoph Glaubacker.
Am Rande des Erwachsenenlebens verbringen Teenager ein ungewöhnliches Auslandsjahr an einer abgelegenen Volkshochschule im arktischen Norwegen. Dort lernen sie, Hundeschlitten zu führen und in der eisigen Wildnis zu überleben. Auf sich selbst, aufeinander und ein Rudel treuer Huskies angewiesen, stellen sie sich den Herausforderungen der Natur, entdecken Geduld, Durchhaltevermögen und neue Perspektiven.
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Während des Zweiten Weltkriegs setzt sich der jüdisch-finnische Unternehmer Abraham Stiller für Flüchtlinge aus Deutschland ein und bewahrt sie vor der Deportation, die ihnen durch ein Abkommen Finnlands mit den Nazis droht. Filmbiografie.
Das Ehepaar Tara und Robert freut sich wahnsinnig darauf, mit ihrer Tochter Nia für ein Jahr nach Griechenland zu reisen. Die Familie hat sich den Aufenthalt schön ausgemalt, doch die Realität macht einen Strich durch die Rechnung. Irgendwie klappt alles nicht so wie geplant. Und dann taucht auch noch Roberts unsteter Bruder Jonathan auf.
Ein deutscher Teenager gerät während des Zweiten Weltkriegs in einen Gewissenskonflikt, als er merkt, dass Loyalität gegenüber seinem Land gleichzeitig Loyalität gegenüber einer Lüge bedeutet. Ein Film über Widerstand unter einem Schreckens-Regime.
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ZU DEN BEWERTUNGEN NACH ANZAHL DER STERNE:
5 Sterne: herausragend, ein Meisterwerk
4,5 Sterne: eindrucksvoll, ausgefeilt, lange nachwirkend
4 Sterne: sehr gut, ambitioniert, lohnenswert
3,5 Sterne: beachtlich, gekonnt, anregend
3 Sterne: solide und interessant
2,5 Sterne: ganz okay, guter Durchschnitt
2 Sterne: wenig aufregend, Mittelmaß
1,5 Sterne: inkonsequent, mit Schwächen
1 Stern: dürftig, enttäuschend
0,5 Sterne: schlicht, dilettantisch
0 Sterne: ärgerlich, anstößig, eine Zumutung