Wettbewerb

Kunst soll an Ausschreitungen von Lichtenhagen erinnern

Künstler können sich beim Wettbewerb bis zum 30. Mai bewerben. Die Objekte der Sieger sollen erinnern und mahnen.

Gewalt herrschte im August 1992 in Rostock-Lichenthagen (Symbolfoto)

Rostock. Anlässlich des 25. Jahrestages der rassistischen Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen schreibt die Stadt Rostock einen Kunstwettbewerb aus. Ziel des Wettbewerbs sei, der Erinnerung an das Pogrom eine dauerhafte, sichtbare Form im öffentlichen Raum zu geben, teilte die Stadt mit. Die von der Bürgerschaft einberufene Arbeitsgruppe habe dafür das "Konzept des dezentralen Erinnerns und Mahnens" formuliert.
Es sieht vor, dass künstlerische Erinnerungsobjekte an solchen Orten entstehen, die mit den rassistischen Ausschreitungen Lichtenhagens in Bezug stehen. Als Beispiele werden das Sonnenblumenhaus in Lichtenhagen und das Rostocker Rathaus genannt. Die Erinnerungsorte sollen die Betrachter ermutigen, sich mit dem Geschehen zu beschäftigen, hieß es. Bewerbungsschluss ist der 30. Mai, für die Realisierung des ausgewählten Vorschlages stehen bis zu 105.000 Euro zur Verfügung. Die Landeszentrale für Politische Bildung fördert den Wettbewerb mit 50.000 Euro.
Vom 22. bis 26. August 1992 war es in Rostock-Lichtenhagen zu schweren fremdenfeindlichen Ausschreitungen gekommen. Am 24. August hatten Hunderte Jugendliche und Erwachsene, darunter viele Rechtsradikale, die kurz zuvor geräumte Zentrale Aufnahmestelle für Asylbewerber im Sonnenblumenhaus sowie ein benachbartes Wohnheim für Vietnamesen belagert und aus der Menge heraus Steine und Brandsätze geworfen. Mehr als 100 Vietnamesen und einige Deutsche konnten sich nur durch Flucht auf das Dach des Hauses vor dem Feuer retten. (epd)

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