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Krüger-Nationalpark unter Wasser: Krokodile und Besucher-Sperre

Das riesige Naturschutzgebiet zählt zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Südafrikas und beherbergt unzählige Wildarten. Sintflutartige Regenfälle sorgen nun für den Ausnahmezustand. Krokodile dringen zu Siedlungen vor.

Südafrikas weltberühmter Krüger-Nationalpark ist nach großflächigen Überschwemmungen durch Regenfälle von den Behörden für Besucher gesperrt worden. Die Beamten brachten laut örtlichen Medienberichten Touristen und Bedienstete in Sicherheit, errichteten Straßensperren und schlossen Camps. Krokodile, Nilpferde und andere Wildtiere drohten demnach aus überfluteten Zonen in die Camps und anliegende bewohnte Gebiete zu gelangen.

Im nationalen Rundfunk wurde zu besonderer Achtsamkeit und umsichtigem Verhalten aufgerufen, um die Tiere nicht unnötig zu provozieren. Auf Bildern in den sozialen Medien sind Krokodile vor Toilettenanlagen und Wohngebäuden zu sehen, etwa nahe den Orten Mkuhlu und Mhinga.

Die Nationalpark-Behörde SANParks verfügte am Donnerstag bis auf weiteres ein Zugangsverbot für Tagesbesucher, um sich mit allen Kräften auf Notfälle konzentrieren zu können. Aktuell werde ein am Letaba-Fluß gelegenes Camp von Touristen und der Belegschaft komplett geräumt, da es unter Wasser stehe, hieß es in der Mitteilung. 27 Touristen, die zu Fuß an einer Nashorn-Safari teilnahmen, waren zuvor auf dem Luftweg gerettet worden. Helikopter sind auch im Einsatz, um Mitarbeiter aus überschwemmten Gebieten zu evakuieren, da viele Brücken unpassierbar sind.

Südafrikas Tourismusministerin Patricia de Lille bat Urlauber um Verständnis: “Wir wissen, dass die Situation für Touristen stressig ist, weil ihre Reisepläne durcheinandergewirbelt werden.” Laut Wettervorhersage sollen die ergiebigen Regenfälle auch in den kommenden Tagen anhalten. Der von Touristen aus aller Welt besuchte Krüger-Nationalpark ist Südafrikas größtes Naturschutzgebiet. Mit einer Fläche von rund 20.000 Quadratkilometern ist er etwa halb so groß wie die Schweiz und mit angrenzenden mosambikanischen und simbabwischen Naturparks Teil eines grenzüberschreitenden Tierparadieses. Er beherbergt eine außergewöhnliche Artenvielfalt.