Die Barmer-Krankenkasse hat den Kokain-Missbrauch in Schleswig-Holstein als besorgniserregend bezeichnet. Der Barmer Morbiditäts- und Sozialatlas für 2023 zeige, dass bei 5,7 von 10.000 Menschen im Land ein Kokain-Missbrauch diagnostiziert wurde, teilte die Barmer am Dienstag in Kiel mit. Damit stehe Schleswig-Holstein an der Spitze der Flächenländer, hieß es. Nur in den Stadtstaaten Bremen (17,1), Hamburg (13,0) und Berlin (7,5) sei Kokain-Missbrauch häufiger. Der Bundesdurchschnitt lag 2023 bei 3,3 Betroffenen je 10.000 Menschen.
In Schleswig-Holstein trete Kokain-Missbrauch am häufigsten bei 30- bis 49-Jährigen auf. Männer seien dreimal häufiger betroffen als Frauen. Kiel (13,1) und Lübeck (8,9) führten beim Kokain-Missbrauch deutlich vor anderen Regionen des nördlichen Bundeslandes.
„Die Analyse kann nur die Spitze des Eisbergs zeigen, da lediglich ein Bruchteil der Konsumentinnen und Konsumenten wegen ihres Kokain-Missbrauchs in Behandlung sind“, sagte Torsten Nowak, Landespressesprecher der Barmer in Schleswig-Holstein. Die Auswertung zeige, dass 49,6 Prozent der Kokain-Missbrauch-Diagnosen auch mit Depressionen einhergingen.