Krankenhäuser erwarten mehr Feuerwerks-Verletzungen an Silvester

Kein Böller-Verbot, mehr Verletzte: Dieses einfache Rechnung macht der Chef der Krankenhausgesellschaft auf. Ohnehin sei die Situation in Kliniken durch erkranktes Personal angespannt.

Zu Silvester dürften wieder viele Verletzte einen Notarzt benötigen (Symbolbild)
Zu Silvester dürften wieder viele Verletzte einen Notarzt benötigen (Symbolbild)Imago / Die Videomanufaktur

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß, erwartet in der kommenden Silvesternacht erneut eine hohe Belastung der Kliniken durch Feuerwerks-Verletzungen. „In der Silvesternacht des Böllerverbots 2020/21 haben die Krankenhäuser zwei Drittel weniger Feuerwerks-Schwerstverletzte auf den Stationen gezählt“, sagte Gaß dem Redaktions-Netzwerk Deutschland. Auch die Notaufnahmen seien spürbar entlastet worden.

Es sei davon auszugehen, dass die Krankenhäuser und ihre Notaufnahmen wieder so stark wie in den Jahren vor der Pandemie mit Feuerwerks-Verletzungen belastet werden, mahnte Gaß. Das treffe „auf die weiterhin angespannte Situation aus gehäuften Atemwegserkrankungen und Personalausfällen durch erkrankte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“. Die DKG sei gegen ein generelles Feuerwerksverbot, appelliere aber, verantwortungsvoll und vorsichtig mit Raketen und Böllern umzugehen.

Ärztekammer fordert Böller-Verbot

Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, hatte am Wochenende hingegen von Bund und Ländern ein dauerhaftes Böllerverbot an Silvester gefordert. Die „ungeregelte Knallerei“ sei schlecht für Umwelt und Klima und führe immer wieder zu schweren Verletzungen, sagte der Mediziner der Neuen Osnabrücker Zeitung. Anfang November hatte sich bereits die Deutsche Umwelthilfe für ein bundesweites Böllerverbot an Silvester ausgesprochen. Das Bundesinnenministerium reagierte ablehnend.