Artikel teilen:

Konferenz: Wie Kultur kritisch mit Antisemitismus umgehen kann

Mit Antisemitimuskritik im Alltag von Kulturinstitutionen beschäftigt sich eine Konferenz am 8. Februar in München. Kultureinrichtungen seien von Konflikten rund um antisemitische Erscheinungsformen oft überfordert, teilte das Institut für Neue Soziale Plastik in München mit. Es fehle ihnen an Übung im Umgang damit, zudem gebe es Furcht vor dieser Thematik. Die Konferenz „(Dis)comfort Zones“ für alle Interessierten will neue Wege erforschen, wie Antisemitismuskritik praktisch aussehen kann. Veranstalter sind das Institut für Neue Soziale Plastik und die Münchner Kammerspiele gemeinsam mit der Monacensia.

In künstlerischen Einrichtungen seien Konflikte um diverse Erscheinungsformen des Antisemitismus zum Alltag geworden, hieß es. Die Bandbreite reiche von Reproduktionen antisemitischer Stereotype in Kunstwerken über Mobbing, Störungen, Boykottaufrufe oder Anfeindungen bis hin zu internen Spannungen, die Institutionen stark belasten können.

Die Konferenz will ergründen, wie antisemitismuskritisches Arbeiten etabliert werden und wie Kulturpolitik dies unterstützen kann. So soll zur „konstruktiven Antisemitismuskritik“ ermutigt werden. Geplant sind Workshops, Lesungen, Performances und eine Podiumsdiskussion. Erwartet werden Kulturvertreter und Wissenschaftler aus ganz Deutschland. Den Eröffnungsvortrag hält Historiker Doron Rabinovici. Die Konferenz findet in der Therese-Giehse-Halle in den Münchner Kammerspielen statt.

„Wir gehen davon aus, dass die großen Wissensspeicher Kunst und Kultur seit Jahrhunderten antisemitische Stereotype, Narrative und Bildwelten bewahren und tradieren“, sagte Stella Leder, Leiterin des Instituts für Neue Soziale Plastik. Eine kritische Auseinandersetzung von Kulturinstitutionen mit diesem Erbe würde den Künsten und der Gesellschaft zugute kommen. (0319/01.02.2026)