Kommunen wollen mehr Böllerverbotszonen zu Silvester

Die Kommunalverbände rechnen als Konsequenz aus der Silvesternacht beim kommenden Jahreswechsel mit mehr Böllerverbotszonen, um Menschen vor Verletzungen und Gebäude vor Bränden zu schützen.

Viele Städte haben gute Erfahrungen gemacht mit Böllerverboten
Viele Städte haben gute Erfahrungen gemacht mit BöllerverbotenImago / Marius Schwarz

Die Kommunalverbände rechnen als Konsequenz aus der Silvesternacht beim kommenden Jahreswechsel mit mehr Böllerverbotszonen. „Bislang haben die Städte, bereits lange vor Corona, gute Erfahrungen mit Feuerwerks-Verbotszonen gemacht“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, Helmut Dedy, dem Redaktions-Netzwerk Deutschland. Diese Verbotszonen dienten dazu, Anwohner vor Lärm, historische Gebäude vor Bränden und Menschen auf Feiermeilen vor Verletzungen zu schützen.

Polizeipräsenz wird erhöht

Nach einer genauen Analyse der Vorfälle könne es dazu kommen, „dass beim nächsten Jahreswechsel die Böller-Verbotszonen ausgeweitet werden oder in Absprache mit den Sicherheitsbehörden die Polizeipräsenz erhöht wird“, sagte Dedy. Dabei dürfe man aber nicht vergessen, dass der Großteil der Menschen sich an die Regeln gehalten habe. In der Silvesternacht hatte es in mehreren Städten Angriffe mit Böllern auf Rettungsdienste, Polizei und Feuerwehr gegeben.

Der Präsident des Deutschen Landkreistages, Reinhard Sager, sagte dem RND, die Ausschreitungen in der Silvesternacht zeigten den „sinkenden Respekt einiger Teile der Bevölkerung gegenüber dem Staat“. Das sei „ein tiefgehendes Problem, dem aber nicht mit einem Böllerverbot beizukommen ist“. Sager sieht keine Notwendigkeit für flächendeckende Böller-Verbote. Derzeit sei es im Rahmen der Gesetze möglich, örtliche Böllerverbote vorzusehen, was auch teilweise geschehen sei.