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Knobloch: Haben lange auf diese Nachricht gewartet

Der Brandanschlag von 1970 auf ein jüdisches Altersheim in München mit sieben Toten steht laut Medienberichten vor der Aufklärung. „Unsere ganze Gemeinde und alle, die wie ich persönliche Erinnerungen an diese furchtbare Nacht haben, haben lange auf diese Nachricht gewartet“, sagte die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, am Freitag. Sie hätte es nicht für möglich gehalten, dass der Anschlag in der Reichenbachstraße doch noch aufgeklärt werden könne.

Laut Medienberichten vom Donnerstag hat die Generalstaatsanwaltschaft in München den 2020 verstorbenen Rechtsextremen und polizeibekannten Kriminellen Bernd V. als Verdächtigen ausgemacht. Zuerst hatte das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ berichtet. Bernd V. soll ein Judenhasser und Neonazi gewesen sein. Am 13. Februar 1970 soll er mit zwei weiteren Männern versucht haben, in ein Juweliergeschäft am Gärtnerplatz einzubrechen, was aber misslang. Aus Wut darüber soll er im nahegelegenen jüdischen Altersheim ein Feuer gelegt haben. So berichtete es laut „Spiegel“ offenbar eine Zeugin, die sich vor einem Jahr bei den Ermittlern meldete.

Dass der mutmaßliche Täter Bernd V. nicht mehr zur Verantwortung gezogen werden könne, schmerze sie, sagte Knobloch. „Wer jüdische Menschen ermordet, noch dazu aus dem einzigen Grund, weil sie Juden sind, der darf gerade in diesem Land nicht straffrei ausgehen.“ Bei dem Anschlag waren am 13. Februar 1970 sieben Jüdinnen und Juden getötet worden, die im dort untergebrachten Seniorenwohnheim lebten. Sechs von ihnen starben in den Flammen, ein siebter beim Sprung aus dem vierten Stock. Der Anschlag war einer der schwersten auf Jüdinnen und Juden in Deutschland seit dem Holocaust. (0307/30.01.2026)