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Kirchenpräsidentin Wüst: Weihnachten ist Trotzreaktion der Hoffnung

Die Kirchenpräsidentin der Evangelischen Kirche der Pfalz, Dorothee Wüst, sieht Weihnachten nicht nur als eine bestimmte Zeit im Jahr, sondern als den Anfang einer Haltung, die sie durch das ganze Jahr begleitet. Diese Haltung beschrieb sie laut Predigttext am ersten Weihnachtstag in der Gedächtniskirche in Speyer als „eine Art Trotzreaktion der Hoffnung“.

In diesem Jahr sei es ihr schwergefallen, „den Weg nach Bethlehem zu finden“, sagte Wüst. Der nicht enden wollende Strom schlechter Nachrichten von armen Kindern, in Flüchtlingscamps frierenden Menschen, schwacher Wirtschaft, drohender und realer Kriege sowie Kindern, die sich wieder mit der Wehrpflicht beschäftigen müssten, werfe Schatten in viele Seelen.

„Wir erleben unsere Zeit als besonders krisenhaft“, sagte Wüst. Aber die Welt sei noch nie perfekt gewesen. Vor noch nicht einmal einhundert Jahren habe es eine Stunde Null gegeben, in der die Welt zerrissen gewesen sei und in der es Millionen Opfer gegeben habe, erinnerte sie an das Ende des Zweiten Weltkrieges. „Und seither gab es keinen Tag ohne Krieg, ohne Opfer, ohne Gewalt, ohne Hass“, so die Kirchenpräsidentin.

Das Leid werfe Schatten, die auch mit Weihnachten nicht verschwinden. Aber Weihnachten bringe mit der Menschwerdung Gottes ein Licht in die Welt, das die Schatten durchbreche und ihnen die Macht nehme. Gott entzünde sein Licht dort, wo es dunkel ist. Dieses Licht gebe die Hoffnung, „dass es gut werden kann“.