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Kirchengemeinde arbeitet Gewalt bei Jugendfreizeiten auf

Die evangelische St. Petri-Gemeinde in Buxtehude arbeitet Gewaltvorfälle bei Kinder- und Jugendfreizeiten auf. Ab den 1980er bis in die 2010er Jahre ist es zu mindestens elf Fällen von Kindeswohlgefährdungen und -verletzungen durch zwei Betreuerinnen gekommen, berichtete der von der Kirchengemeinde beauftragte unabhängige Moderator und Jurist Wolf-Peter Groß am Freitag bei der Vorstellung seines 26-seitigen Berichts. In einem Fall sei es zudem zu sexualisierter Gewalt über mehrere Jahre gekommen.

Groß berichtete über insgesamt 30 Gespräche mit Betroffenen und Verantwortlichen aus der Kirchengemeinde. Die damals sechs- bis zwölfjährigen Kinder seien zum Teil gezwungen worden, bis Mitternacht allein im Speisesaal zu bleiben, um trotz Ekel das Abendbrot aufzuessen. „Es gab ein System von Lieblingen und Abgelehnten.“ Das Ganze habe „sektiererische Züge“ gehabt, die weit über Erziehungsmaßnahmen hinausgingen.

Die damals Verantwortlichen in der Kirchengemeinde hätten frühe Kritik an den Betreuerinnen relativiert oder ganz infrage gestellt, sagte Groß. Spätestens seit 2009 seien die Vorfälle auch dem Kirchenvorstand bekannt gewesen. Superintendent Martin Krarup räumte Fehler ein: „Wir sind den berechtigten Erwartungen der Betroffenen nicht gerecht geworden.“ Er bedauere, dass die Vorfälle nicht bereits vor zehn Jahren öffentlich gemacht worden seien. Der nun vorgelegte Bericht könne in Kürze auf der Internetseite der Gemeinde heruntergeladen werden. Krarup betonte, der Bericht sei der Beginn der Aufarbeitung.