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Kirchen rufen an Weihnachten zu Güte und Menschlichkeit auf

Mit eindringlichen Worten haben Kirchenvertreter in Bayern in ihren Weihnachtspredigten zu Güte, Hoffnung und Menschlichkeit aufgerufen. Der bayerische evangelische Landesbischof Christian Kopp sagte am Donnerstag in der Münchner St.-Matthäuskirche, die Güte des Jesuskinds sei voraussetzungslos und verlange keine Gegenleistung. Es sei „unerträglich“, wenn gerade Menschen, die sich Christen nennen, die Bedürftigkeit anderer ausnutzten.

Die Bayreuther Regionalbischöfin Berthild Sachs stellte den Wert der Freundlichkeit in den Mittelpunkt. Gott habe sich „für die Freundlichkeit und Menschenliebe entschieden“, sagte sie in der Bayreuther Stadtkirche. Angesichts von Kriegen und Leid in der Welt sei diese Freundlichkeit die Rettung. Eine Frage, die Sachs in einem Supermarkt aufgeschnappt habe – „Warum sind Sie so freundlich zu mir?“ – müsse um die Welt gehen, sagte sie.

Die Ansbach-Würzburger Regionalbischöfin Gisela Bornowski bezeichnete Weihnachten als „Fest der Klänge und der Musik“. Lieder wie „O du fröhliche“ brächten das Herz zum Klingen, auch wenn vielen angesichts von Krieg, Trauer oder Krankheit das Gotteslob schwerfalle. Gott stimme ein Lied der Freundlichkeit und Menschenliebe an, dessen Melodie in den Herzen der Menschen weiter klinge.

Der katholische Würzburger Bischof Franz Jung mahnte dazu, den Frieden weiterzutragen, „gerade in diesen Zeiten, in denen die Kriegstreiber die Oberhand haben“. Niemand dürfe auf eine Eigenschaft oder Schuld reduziert werden, sagte er im Kiliansdom. Bischof Bertram Meier aus Augsburg kritisierte ein „morsches und marodes“ Sozialsystem und plädierte für eine neue Definition von Reichtum: „Der Gewinn liegt im Geben.“

In Regensburg erinnerte der evangelische Regionalbischof Klaus Stiegler daran, dass die Geburt Jesu Hoffnung auf Veränderung wecke. Das Wunder von Bethlehem sei eine „Sternstunde des Lebens“ und eine Einladung, „den Frieden auf Erden stark und mächtig zu machen“. Regionalbischof Thomas Prieto Peral rief in Grafrath dazu auf, selbst zum Licht für andere zu werden. Jeder könne zum „Stern im Alltag“ werden – im Zuhören, im Versöhnen, im Helfen. (4043/26.12.2025)