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Katholisches Reformprojekt Synodaler Weg startet Abschlusssitzung

Nach mehrjähriger Debatte kommt der Synodale Weg zur Zukunft der katholischen Kirche in Deutschland zu einem Ende. Liberaleres Arbeitsrecht und Segnungen für homosexuelle Paare sind einige der Früchte. Wie geht’s weiter?

Vor gut sechs Jahren startete das Reformprojekt Synodaler Weg zur Zukunft der katholischen Kirche in Deutschland. Ab diesem Donnerstag zieht die sechste und letzte Synodalversammlung von Bischöfen, Ordensleuten und Laien in Stuttgart drei Tage Bilanz. Im Fokus steht eine Evaluation des teils umstrittenen Vorhabens, das seinerzeit unter dem Eindruck des Missbrauchsskandals ins Leben gerufen wurde. Zentrale Themen waren Macht, Rolle der Frauen, Sexualmoral und priesterliche Lebensform. Der Vatikan zeigte im Verlauf des Prozesses immer wieder Grenzen auf.

Zwei prominente Kritiker des Synodalen Wegs, der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki und der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer, nehmen nicht an der Abschlusssitzung teil. Der Synodale Weg wurde von der Deutschen Bischofskonferenz zusammen mit dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) initiiert. ZdK-Präsidentin Irme Stetter-Karp und der Bischofskonferenz-Vorsitzende Georg Bätzing stehen dem Projekt als Präsidenten vor.

Die inhaltliche Arbeit des Synodalen Wegs wurde auf der fünften Synodalversammlung im März 2023 beendet. Insgesamt verabschiedete das rund 230 Mitglieder umfassende Gremium 15 Papiere. Zu den greifbarsten Ergebnissen zählten eine Liberalisierung des kirchlichen Arbeitsrechts sowie die Möglichkeit zur Segnung von homosexuellen Paaren.

In den vergangenen beiden Jahren bereitete ein Interimsgremium, der Synodale Ausschuss, die Einsetzung einer bundesweiten Synodalkonferenz vor. In dieser sollen die gemeinsamen Beratungen und Beschlussfassungen von Bischöfen und Laien verstetigt werden. Die Synodalkonferenz könnte sich – vorbehaltlich der Zustimmung aus Rom – im November konstituieren.