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Karnevalsverein stiftet nächste Vatikan-Krippe

Seit zehn Tagen sind Krippe und Christbaum vom Petersplatz verschwunden, pünktlich zum offiziellen Ende der Weihnachtszeit. Doch jetzt gab der Vatikanstaat den Spender der nächsten Krippe bekannt – passend zu Karneval?

Alaaf, Helau und Stille Nacht: Die nächste Krippe für den Papst kommt von einem Karnevalsverein aus der Toskana. Die Verhandlungen mit der Karnevalsstiftung Viareggio (Provinz Lucca) für die Darstellung des Stalls von Bethlehem für die Audienzhalle seien abgeschlossen, teilte der Vatikanstaat mit.

Auch für den Petersplatz ist gesorgt: Die dortige Monumentalkrippe kommt in diesem Jahr vom Italienischen Verein der Freunde der Krippe mit Sitz in Atessa in den norditalienischen Abruzzen. Den Baum liefert die Gemeinde Terranova di Pollino in der Provinz Potenza (Süditalien). Es gilt als große Ehre, die Krippendarstellungen und den Weihnachtsbaum “für den Papst” liefern zu dürfen. 2028 soll wieder einmal Deutschland an der Reihe sein: Dann soll der Christbaum aus dem niederbayerischen Deggendorf kommen.

Ob die Krippenszene in der Audienzhalle diesmal karnevalistisch angehaucht ist – wie in manchen deutschen Regionen mit Faschings-, Fastnachts- oder Karnevalstradition nicht unüblich – bleibt abzuwarten. Der Verein hatte in der jüngsten Weihnachtszeit eine Krippe für die Kathedrale in Lucca geschaffen. Die Figuren bestehen teils aus Pappmaché, einem auch für Karnevalswagen gebräuchlichen Material. In Viareggio wird seit 1873 Karneval gefeiert, seit 1987 organisiert ihn die Stiftung, “um die künstlerische, historische und kulturelle Tradition zu wahren”, wie es heißt.

Im Vatikan verschwanden die großen Weihnachtssymbole schon vergangene Woche: Ab 12. Januar wurde die rund 27 Meter hohe Fichte aus dem Ultental (Südtirol) auf dem Petersplatz von ihren handballgroßen Kugeln und der bunten LED-Beleuchtung befreit und abtransportiert. Ebenso wurde die große Krippenlandschaft aus der süditalienischen Provinz Salerno abgebaut.

Der kirchliche Weihnachtsfestkreis endet am Sonntag nach dem Dreikönigstag, also in diesem Jahr am 11. Januar. Der alten Tradition, Krippe und Christbaum bis zum Fest Mariä Lichtmess am 2. Februar stehen zu lassen, folgt der Vatikan nicht.